Bill Gates gibt der Löwener Uniklinik einen Forschungsauftrag in Sachen Coronavirus

An der Katholischen Universität von Löwen (KULeuven), bzw. an der dazu gehörenden Universitätsklinik Gasthuisberg, beginnen in Kürze Studien über das Coronavirus. Zu diesen Forschungszwecken kommen 15.000 Moleküle, denen Genesungskraft zugesprochen werden, aus den USA hierher. In Löwen wird deren Wirksamkeit getestet. Diese Moleküle werden von Microsoft-Gründer Bill Gates zur Verfügung gestellt, der auch diese Studie mit seiner Stiftung finanziert.

Sowohl die 15.000 zu testenden Moleküle, als auch erhebliche Finanzmittel zu dieser Covid-19-Studie werden von der „Bill & Melinda Gates Foundation“ zur Verfügung gestellt. Diese Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates und seiner Frau unterstützt den Forschungsauftrag für die KULeuven und dem der Uni angeschlossenen „Rega-Instituut“. Das ist ein Labor für hochsensible Materien und Studien.

Man könne nicht mal schnell damit beginnen, ein neues Medikament zu entwickeln, denn dies würde bis zu 10 Jahre in Anspruch nehmen, so der Virologe Johan Neyts vom „Rega-Instituut“ der Löwener Uni gegenüber VRT NWS: „Was wir jetzt machen, ist innerhalb dieser 15.000 Stoffe, aktive Bestandteile von bestehenden Medikamenten, Mittel zu finden, die das Virus ausbremsen könnten. Ist das der Fall, dann können diese sehr schnell eingesetzt werden, um Menschen zu behandeln." Damit ist klar, dass innerhalb dieser Studie nicht nach einem Impfstoff gegen Covid-19 gesucht wird, sondern nach einem Medikament für bereits infizierte und erkrankte Personen.

Wahrscheinlich können wir diese 15.000 Moleküle innerhalb nur einer Woche schon getestet haben.“

KULeuven-Virologe Johan Neyts

Das Rega-Institut wurde unter anderem für diese Studie ausgewählt, weil es über ein einmaliges Labor verfügt, wie Virologe Neyts erklärt: „Wir haben ein vollautomatisches Labor, dass 24 Stunden am Tag 7 Tage lang arbeiten kann. Dieses Labor ist hermetisch abgeschlossen und sehr sicher. Dabei kommen keine Menschen vor. Die Arbeit wird von Robotern und Maschinen verrichtet und das geht sehr schnell. Wahrscheinlich können wir diese 15.000 Moleküle innerhalb nur einer Woche schon getestet haben.“

Zu den 15.000 Molekülen aus einem Labor in den USA - genauer aus Kalifornien, die in Löwen getestet werden, kommen rund 3.500 weitere Proben aus dem Archiv der Löwener Uni hinzu, so Neyts: „Wir haben über unsere einmaligen Möglichkeiten einen Vorsprung vor anderen Studien, die nicht über solche Laboratorien verfügen. Jetzt ist es an uns, schnell zu sehen, ob sich darunter wirksame Bestandteile befinden. Doch danach wird noch etwas Zeit erforderlich sein, um diese Stoffe an Versuchstieren zu testen, um herauszufinden, ob sie auch hier das Virus ausbremsen.“

Wir hoffen, dass dabei doch einige Stoffe herauskommen, die auch schon gegen andere Krankheiten helfen.“

KULeuven-Virologe Johan Neyts

Virologe Neyts erwartet nicht, dass man sofort ein kräftiges Mittel gegen das Coronavirus entdecken wird, doch er hofft, dass Patienten geholfen werden kann: „Wir hoffen, dass dabei doch einige Stoffe herauskommen, die auch schon gegen andere Krankheiten helfen. Wir hoffen auch ein bisschen, dass wir die Vermehrung des Virus abbremsen können. Die Wirkung dieser Stoffe alleine wird wohl nicht wirklich so fantastisch sein. Doch wenn wir sie kombinieren können, dann kann es möglich sein, damit den am heftigsten erkrankten Patienten helfen zu können.“  

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