Universiteit Gent

PR-Stunt der Genter Uni: Gents legendäre Graffiti-Gasse ist ganz in weiß getüncht

Die Werregarenstraat in Gent ist bei den Bewohnern der Stadt und auch bei Touristen aus dem In- und Ausland „weltbekannt“. Doch seit Mittwochfrüh sind alle Graffiti verschwunden und alle Mauern sind weiß gestrichen worden. Dahinter verbirgt sich eine PR-Aktion der Universität Gent, die damit für ihr neues Museum wirbt. „In dem Museum schauen wir in die Köpfe der Wissenschaftler. Dort sieht auch alles wie eine weiße Mauer aus, auf der noch alles möglich ist“, sagte Museumsdirektorin Marjan Doom dazu.

Im Laufe des Montags wurden nicht wenige Besucher der Genter „Graffitistraat“ vor vollendete Tatsachen gestellt. Besucher dieser Gasse, die sich im Laufe der Jahre zu einer touristischen Attraktion gemausert hatte, mussten mit weißen Mauern vorlieb nehmen. Die meisten von ihnen verstanden nicht, was hier los ist. Dass dies ein gewagter PR-Gag der Genter Universität zur Werbung für deren neues Museum GUM ist, fanden nicht alle Besucher besonders lustig.

Doch Universitäts-Rektor Rik Van De Walle, der sich übrigens dessen bewusst ist, dass es ein gewagtes Unterfangen darstellt, eine ausgewiesene legale und international bekannte Graffiti-Adresse weiß zu streichen, hat eine Erklärung dafür: „Das ist eine Ode an das weiße Blatt. So beginnt jede Geschichte. Das kann eine Geschichte von Angst sein, von Neugierde, von Gelingen und Versagen, von einem Neuanfang. Und das ist auch die Geschichte, die wir in unserem neuen Museum bringen wollen.“

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Die Besucher des noch nicht eröffneten Universitätsmuseums sollen wie Wissenschaftler denken, sagt Direktorin Doom dazu: „Wir fordern jeden dazu heraus, alles von einem weißen Blatt ausgehend zu beginnen, sowohl im Museum, als auch hier in der Graffitistraße.“ Dies sei auch ein Aufruf an alle Künstler, die hier aktiv waren und sind. Sie sollen hierherkommen und neue Zeichnungen machen. Die Graffiti-Sprayer stehen offenbar schon in den Startlöchern, um diese Herausforderung anzunehmen und planen ihre nächsten Bilder. Das Genter Universitätsmuseum (GUM) wird am 21. März in der Karel Lodewijk Ledeganckstraat eröffnet. Bis dahin wird es wohl in der Werregarenstraat wieder so aussehen, wie es die Touristen erwarten und woran unsere beiden Fotos hierunter erinnern. 

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