Good move: Brüsseler Regierung  stimmt nachhaltigem Mobilitätsplan endgültig zu

Der Ministerrat von Brüssel hat an diesem Donnerstag in zweiter Lesung die endgültige Fassung des regionalen Mobilitätsplans „Good Move" gebilligt. Mit Good Move entscheidet sich Brüssel für eine lebenswerte, verkehrssichere Stadt, indem es sich auf autofreie Viertel, einen starken öffentlichen Nahverkehr und einen reibungsloseren Verkehrsfluss konzentriert. Bis 2030 soll die Autonutzung um 24% zurückgehen.

Darüber hinaus will die Regierung den Durchgangsverkehr um 34% reduzieren, die Fahrradnutzung vervierfachen, den Brüsseler Bürgern mehr öffentlichen Raum zurückgeben und fünfzig autofreie Viertel schaffen, hieß es auf der Pressekonferenz nach dem Ministerrat.

In der endgültigen Fassung wurde der Verkehrssicherheit besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Mit der "Vision Null" hat die Regierung zum Beispiel das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten und –verletzten bis 2030 auf Null zu senken. Auch der Zeitplan für die Bekämpfung der schwarzen Punkte (unsichere Straßenabschnitte) wurde verschärft. Die Regierung erwartet zudem viel vom MaaS (Mobility as a Service), in dem alle Verkehrsträger einbezogen sind und integrierte Tickets angeboten werden können.

Good Move ist der Nachfolger von Iris 2 und legt die wichtigsten politischen Linien im Bereich der Mobilität fest. Der Prozess begann im Oktober 2016. Der neue Mobilitätsplan ist das Ergebnis eines Ko-Konstruktionsprozesses, an dem die meisten Brüsseler und belgischen Akteure aus dem öffentlichen und privaten Sektor beteiligt waren. Dieser Prozess führte zu einem detaillierten Plan, der erstmals am 4. April 2019 von der vorherigen Brüsseler Regierung genehmigt wurde. Der Plan wurde anschließend während der öffentlichen Untersuchung, die vom 17. Juni bis zum 17. Oktober 2019 lief, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zusätzlich zu den 19 Gemeinden nahmen nicht weniger als 8.000 Personen an der Online-Umfrage teil. Hunderte von Organisationen und Verbänden haben ebenfalls ihre Kommentare eingereicht. Die allgemeinen Prinzipien von Good Move wurden von einer überwältigenden Mehrheit unterstützt. Auf der Grundlage dieser Stellungnahmen arbeitete die Brüsseler Regierung an einer endgültigen Version des Mobilitätsplans, der am Donnerstag endgültig verabschiedet wurde.

Mobilitätsministerin Elke Van den Brandt (Groen) verkündete stolz, dass Good Move von der Europäischen Kommission für den Preis für nachhaltige städtische Mobilitätsplanung nominiert wurde. Bis Ende März sollte klar sein, ob sich die Region Brüssel gegen die beiden anderen Nominierten wird haben durchsetzen können.