Löwen ist entsetzt: AB InBev ersetzt "Leuven" durch "Belgium" auf den Stella-Bierfläschchen

Der Ortsname „Leuven“ für den Standort der Traditionsbrauerei Stella-Artois ist von den Etiketts der Bierfläschchen verschwunden und durch „Belgium“ ersetzt worden. Damit will der Brauereikonzern AB InBev diese Marke international bekannter machen, doch in der flämisch-brabanter Universitätsstadt ist man davon nicht gerade begeistert. 

„Löwen und Stella sind immer eins gewesen. Unsere Stadt ist quasi die Heimat des Bieres. Wir sind wegen Stella bekannt. Das schmerzt das Löwener Herz. Und ich bin nicht alleine, auch die hiesigen Gastronomen sind schockiert. Das haben wir nicht erwartet“, sagte Löwens Stadtverordneter für Handel und Arbeit, Johan Geleyns (CD&V) gegenüber VRT NWS.

Für AB InBev ist dieser Schritt allerdings logisch innerhalb der internationalen Strategie des Brauereikonzerns. Erst vor kurzem änderte man dort die Farbe der Stella Artois-Fläschchen von braun in grün und jetzt wird aus dem Herkunftsort Löwen das Herkunftsland Belgien auf den Aufklebern der Flaschen.

Die Stella-Flaschen, die exportiert werden, tragen schon länger „Belgium“ als Herkunftsland auf den Etiketts, so AB InBev-Sprecherin Karolien Cloots: „Wir wollen, dass alle unsere Fläschchen visuell die gleiche Identität haben. Beunruhigt muss aber keiner sein, denn Löwen bleibt der Geburtsort für Stella.“

Trotzdem will die Stadt Löwen diese Angelegenheit mit dem hier ansässigen Brauereikonzern besprechen, so Schöffe Geleyns: „Wir müssen doch mal darüber sprechen, was die Folgen für die Löwener Identität sind. Ich glaube, dass das für sie auch wichtig ist.“ Es sei höchste Zeit, dass man mal „ne goeie klap“ macht, so Geleyns, der damit den Dialektausdruck für „einmal gut quatschen“ gebrauchte. 

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