Nicolas Maeterlinck

Auffallend: "Ich stelle keine Frauen mehr in meinem Büro ein“, so Rechtsanwalt Sven Mary

Diesen überraschenden Satz sagte der berühmte Brüsseler Anwalt Sven Mary in einem Interview mit der Zeitung Het Laatste Nieuws. Seine Kanzlei stelle aufgrund einer "schlechten Erfahrung" keine Anwältinnen mehr ein, so Mary.

In der Samstagsausgabe der flämischen Zeitung erhalten drei männliche Persönlichkeiten das Wort zur #MeToo-Bewegung. In Interviews sagen die drei Männer, dass sie die Bewegung verstehen. Sie weisen auch darauf hin, dass sie sich gegenüber Frauen immer korrekt verhalten hätten.

Der bekannte Anwalt Sven Mary – er vertrat u.a. Salah Abdeslam, Fouad Belkacem und Silvio Aquino - macht jedoch eine Bemerkung, die sicher viele Leute überrascht haben wird. Er sagt, dass er in seinem Büro keine Frauen mehr einstelle.

"Es ist schade, denn viele kompetente und intelligente Frauen beenden ihr Studium", gibt er zu. "Doch ich hatte bereits ein Problem mit einer Praktikantin, die behauptete, ihre schlechte Bewertung sei darauf zurückzuführen, dass sie meinen Avancen nicht nachgegeben habe, und ich möchte mich nicht mehr diesem Risiko aussetzen", so Mary. "Natürlich ist sie auf Granit gestoßen, weil ihre Anschuldigung auf nichts basierte", betont der Anwalt auch noch.

Die Kommentare von Sven Mary haben in den sozialen Netzwerken viele Reaktionen hervorgerufen. Nach Ansicht mehrerer Experten ist dieser Ansatz strafbar, denn Ablehnung aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Behinderung oder sexueller Orientierung ist gesetzlich verboten. "Das Diskriminierungsgesetz ist eigentlich schon in dem Moment verletzt, in dem jemand öffentlich sagt, dass er oder sie eine bestimmte Gruppe nicht einstellen wird. Es gibt keinen Grund, einen konkreten Bewerber abzulehnen", erklärt Annelies D'Espallier. Sie ist flämische Ombudsfrau für Gendergleichheit. "Angenommen, Frauen werden von Herrn Mary abgelehnt, dann können sie vor das Zivilgericht ziehen und eine Sanktion verlangen. In der Regel sind das sechs Bruttomonatsgehälter, die der Arbeitgeber zu zahlen hat."

Die Ombudsfrau weist auch darauf hin, dass Sie nicht alle Risiken ausschließen, wenn Sie keine Frauen mehr einstellen: Auch männliche Mitarbeiter können sich über grenzüberschreitendes Verhalten beschweren.