Rund 6.300 Frauen trotzen dem Regen und gehen auf die Straße in Brüssel

Nach Schätzungen der Polizeizone Brüssel-Hauptstadt/Elsene haben an diesem Sonntagnachmittag rund 6.300 Personen am Marsch anlässlich des Internationalen Tages der Frauenrechte am 8. März teilgenommen. Auf Initiative des Weltmarsches der Frauen, eines globalen Netzwerks von Verbänden, Gewerkschaften und Kampagnen, fanden vor Start des Marsches am Hauptbahnhof in Brüssel mehrere Aktivitäten statt, darunter ein Flashmob, Reden, Zeugenaussagen und Hymnen zu Ehren der Frauen. Der Umzug, an dem humanistische Vereinigungen, aber auch Gewerkschaften und politische Parteien teilnahmen, ging bis zum Poelaert-Platz. Danach kehrten die Demonstranten zurück zum Hauptbahnhof. Die Demonstranten riefen "Solidarität mit Frauen in aller Welt", aber auch "Stoppt den Sexismus".

"Zunächst einmal wollen wir betonen, dass der Kampf gegen den Abbau der sozialen Sicherheit auch den Kampf gegen sexistische Gewalt bedeutet. In der Tat ist die Gleichstellung von Männern und Frauen von entscheidender Bedeutung, aber ohne finanzielle Mittel bleibt sie ein leeres Wort", so der Weltmarsch der Frauen. "Wie können wir vermeiden, als Alleinerziehende oder Rentner ohne Solidarität in Form von sozialer Sicherheit in Armut zu versinken? Wie können wir gegen die Überlastung der Hausarbeit kämpfen, wenn wir keine qualitativ hochwertigen und zugänglichen öffentlichen Dienstleistungen haben? Wie können wir unseren Ehepartner oder unsere Eltern verlassen, wenn wir es uns nicht leisten können, allein zu leben?" Auf diese Fragen wies das Netzwerk hin.

"Der Weltmarsch der Frauen will auch seine Solidarität mit den Kämpfen in Mexiko, Chile, Sudan, Algerien, Russland usw. ausdrücken - durch Frauen gegen reaktionäre und unterdrückerische Regime, aber auch gegen Kriege und Gewalt gegen Frauen", erklärte der Weltmarsch der Frauen.

Unter den Verbänden, die sich dieser Bewegung angeschlossen haben, hat die Collecti.e.f 8 maars unter dem Motto "Wir hören alle auf, wir stoppen alles, wir stoppen überall" insbesondere die Frauen Belgiens aufgefordert, am 8. und 9. März alle Formen der Arbeit einzustellen, um die Ungleichheiten und Diskriminierungen zu bekämpfen, die in allen Bereichen der Gesellschaft weiterhin bestehen.

Ende der Lohnungleichheit, Ende der wirtschaftlichen Unsicherheit für Frauen, Ende der sexistischen Stereotypen

Die sozialistische Gewerkschaft reichte für den 8. und 9. März eine Mitteilung über eine branchenübergreifende Aktion ein. Die dieser Gewerkschaft angeschlossenen Beschäftigten aus allen Sektoren können daher laut Collecti.e.f 8 maars in den Streik treten und eine Entschädigung erhalten.

Die Gewerkschaft hat auch einen Forderungskatalog erstellt, der u.a. ein Ende der Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen, ein Ende der organisierten wirtschaftlichen Unsicherheit für Frauen in benachteiligten Berufen, ein Ende der sexistischen Stereotypen in Bildung, Kultur, Medien und Werbung sowie ein Ende der Gewalt wie Belästigung auf der Straße und sexuelle und häusliche Übergriffe beinhaltet.

"Lasst uns gemeinsam Respekt fordern, die Spielregeln ändern und neu schreiben", ermutigte die Collecti.e.f 8 maars.