Foto: Gemeente Hoeilaart

Ein Schwan ertränkt sein Weibchen. Eine verängstigten Anwohnerin sah alles

Es begann mit einer schönen Romanze auf dem  idyllischen Schwanensee von Hoeilaart (Flämisch-Brabant). Der männliche Schwan war schon zwei Jahren Junggeselle. Um seiner Einsamkeit ein Ende zu machen, beschloss man, ihm eine „Gesellschaftsdame“ zu besorgen. Vor zwei Wochen wurde ein weiblicher Schwan aus Brügge nach Hoeilaart gebracht. Bilder der beiden anmutigen Vögel sorgten online für zahlreiche romantische Videos. Die Geschichte endete jedoch in mörderischer Gewalt. Wie konnte das passieren?

Die beiden Schwäne mit den Namen Petoetje und Petatje (Foto) lebten seit Ende Februar in einem Park in Hoeilaart zusammen. Viele hofften, dass Ersterer sich von einer schönen Gesellin aus Brügge verführen lassen würde und dass dies zur Gründung einer Schwan-Familie führen könnte, aber die Dinge verliefen nicht wie geplant.

Mit seinem Schnabel drückte er den Kopf des Weibchens immer wieder ins Wasser, bis sie ertrank. Es war schrecklich anzusehen.
Augenzeugin Beatrice Danau, wohnhaft in Hoeilaart.

"Ich war zu Hause beschäftigt, als ich die Tiere einen riesigen Lärm machen hörte", sagte Beatrice Danau der VRT. Die Bewohnerin eines Gebäudes gegenüber dem Park wurde Zeuge des brutalen Mordes. "Ich ging zu meinem Fenster, um zu beobachten, was vor sich ging, und sah Petoetje in der Mitte des Teiches auf Petatje. Mit seinem Schnabel drückte er den Kopf des Weibchens immer wieder ins Wasser, bis sie ertrank. Es war ein wirklich schrecklicher Anblick".

"In den letzten beiden Wochen hatten die beiden Vögel noch nie einen Streit", sagt sie. "Nachdem er sie getötet hatte, schob das Männchen sie selbst an den Rand des Teiches. Es ist wirklich seltsam".

Petoetje wird vorerst alleine gelassen

Joris Pijpen, der örtliche Stadtrat für Tierschutz, bestätigte die Geschichte. "Hier ist die Natur ihren Gang gegangen", kommentierte er. "Vorläufig werden wir keine neues Weibchen für unseren Schwan suchen. Sie sind sowieso nicht leicht zu finden. Wir werden jedoch die Brügger Schwanenpfleger befragen, in der Hoffnung die Ereignisse besser einordnen zu können.“

Wie konnte das geschehen?

Nach Befragung von Ornithologen konnte die VRT-Redaktion keinen konkreten Grund für diese Gräueltat ausfindig machen. Allerdings könnten verschiedene Faktoren eine Rolle gespielt haben.

So sind Schwäne besonders wählerisch bei der Wahl ihrer Partner. Paare leben jahrelang, manchmal sogar ein Leben lang zusammen, und deshalb muss natürlich die Chemie stimmen. "An sich ist es deshalb keine gute Idee, einen weiblichen Schwan einfach so mit einem männlichen Schwan zusammenzubringen", sagt der Ornithologe des Vogelschutzgebiets Zwin, an der flämischen Küste, Wouter Saveyts.

Einfach so einen männlichen Schwan mit einem Weibchen verkuppeln, ist keine gute Idee.
Zwin-Ornithologe Wouter Saveyts

Schwäne sind auch Tiere, die sehr aggressiv werden können. "Unter Männchen kann dies manchmal zu einem Kampf auf Leben und Tod führen. Aber diese Vögel mögen es nicht, ständig zu kämpfen", sagt Saveyts. "Bevor es soweit kommt, machen sie dem Gegner lieber klar, dass er gehen soll. Die Frage ist jedoch, ob der weibliche Schwan aus Brügge dazu in der Lage war. Brügger Schwäne sind eigentlich zahm und nicht gewohnt, große Entfernungen zu überwinden. Dies könnte erklären, warum das Weibchen nicht geflüchtet ist".

Ein Paarung, die schief gelaufen ist?

Eine letzte mögliche Erklärung könnte mit der Paarung selbst zusammenhängen. "Genau wie Enten paaren sich Schwäne auf dem Wasser, und es kann lebhaft werden. Das Männchen wird sich auf dem Weibchen niederlassen, und oft landet das Weibchen mit dem Kopf ganz im Wasser", sagt der Ornithologe. "Vielleicht war der Schwan von Hoeilaart einfach zu stark, zu schwer oder zu geil. Wenn die Paarung zu lange dauert, kann sie für das Weibchen tödlich enden", so seine Schlussfolgerung.