Empfehlung der Premierministerin: Keine Massenveranstaltungen in geschlossenen Räumen

Die Regierung will keine weiteren Massenveranstaltungen in geschlossenen Räumen mit tausend oder mehr Menschen. Dies sei notwendig, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, kündigte Premierministerin Sophie Wilmès auf einer Pressekonferenz an.

Die Regierung rät zur Absage von Veranstaltungen, auf denen mehr als 1.000 Menschen in geschlossenen Räumen zusammenkommen. Das kündigte Premierministerin Sophie Wilmès am Ende einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates am Dienstag an. Dies ist eine Empfehlung, denn es ist letztlich Sache der Bürgermeister, sie vor Ort umzusetzen.

Innenminister Pieter De Crem wird die Provinzgouverneure am Dienstagabend in sein Kabinett berufen. Gemeinsam mit den Bürgermeistern sollten sie die Maßnahme vor Ort durchsetzen. Die Empfehlung gilt vorläufig für den gesamten Monat März. De Crem betonte, dass Veranstaltungen im Freien, wie z.B. Sportveranstaltungen, nicht betroffen seien.

 Wilmès betonte, dass die Schulen nicht geschlossen würden, "selbst wenn eine Reihe von Fällen festgestellt werde". Es sei jedoch ratsam, mehrtägige Schulausflüge vorerst abzusagen.

Auch die Unternehmen dürften nicht stillstehen. "Die Arbeit kann fortgesetzt werden", betonte die Premierministerin. Die Regierung rät dazu, Telearbeit und flexible Arbeit stärker zu nutzen. Letzteres, früher oder später am Tag arbeiten zu gehen, sollte dazu beitragen, den Druck auf den öffentlichen Verkehr zu verringern.

"Wir müssen vermeiden, dass zu viele Menschen in kurzer Zeit krank werden und in unseren Krankenhäusern landen. Das würde Druck auf die Krankenhäuser und das Pflegepersonal ausüben. Längeres Warten ist keine Option", erklärte Gesundheitsministerin Maggie De Block.

In den letzten 24 Stunden sind 28 Coronapatienten in Belgien hinzugekommen, womit sich die Gesamtzahl der Patienten auf 267 erhöht hat. Inzwischen wurden die Reisehinweise für Italien verschärft: Für alle Reisen nach Italien wird jetzt empfohlen, diese bis mindestens zum 3. April auszusetzen.

Am Dienstag wurde schließlich im Kongo ein erster Fall des Coronavirus entdeckt. Es geht um einen Belgier, der vor zwei Tagen in Kinshasa angekommen ist. Das sagte Gesundheitsministerin Eteni Longondo am Dienstag.