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85 neue Infizierungen mit dem Coronavirus in Belgien

Am Donnerstagmittag meldeten die belgischen Gesundheitsbehörden im Rahmen ihres täglichen Pressebriefings 85 neue Covid-19-Fälle. Das bedeutet, dass von 806 am Mittwoch getesteten Proben 85 positiv ausvielen. Das lässt die Zahl der Coronapatienten in Belgien auf 399 Personen steigen. Inzwischen ruft die flämische Landesebene die föderale Ebene dazu auf, einen staatlichen Katastrophenplan einzuleiten. 

Von den neuen Fällen werden 66 neu Infizierte in Flandern gemeldet, drei in der Region Brüssel-Hauptstadt und 16 in der Wallonie. Die tatsächliche Zahl der neuen Ansteckungen liegt wahrscheinlich höher, da nicht alle Verdachtsfälle getestet werden. Nur in auffälligen Fällen wird ein Covid-19-Test durchgeführt, wie eine neue Richtlinie des Wissenschaftsinstituts Sciensano vorschreibt.

Sciensano rät den Hausärzten im Land dazu, mehr auf telefonische Beratung zu setzen. Ärzte sollen so vor möglicher Ansteckung bewahrt werden, damit sie weiter uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Dies ist mit dem belgischen Hausärzteverband Domus Medica so abgesprochen und auch mit den Krankenkassenverbänden.

Das Seniorenheim La Cambre in Watermaal-Bosvoorde (Foto unten) ist unter vollständige Quarantäne gestellt worden, nachdem es dort zu 34 Coronainfizierungen gekommen ist. Davon wurden inzwischen 11 Betroffene in Krankenhäuser gebracht. Die anderen werden in ihren Zimmern isoliert und die Bewegungsfreiheit in dieser Einrichtung wird auf ein Minimum beschränkt. 

Diese 34 infizierten Senioren werden in der offiziellen Zahl der belgienweiten 85 Neu-Infizierungen noch nicht mit einbezogen. Das bedeutet, dass es sich eigentlich um 119 neue Infektionen handelt und dass insgesamt 434 Fälle in Belgien vorliegen. 

"Zeit für einen föderalen Katastrophenplan"

Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA) bittet in Absprache mit den Gouverneuren der fünf flämischen Provinzen von der belgischen Bundesregierung, einen Belgien-weiten Katastrophenplan auszurufen. Aus dem Kabinett des Landeschefs verlautete dazu, dass diese Anfrage von den Provinzen selbst kommt, die nicht wollen, dass jede behördliche Ebene infolge des Coronavirus einen eigenen Katastrophenplan ausruft. Es wäre besser, eine solche Phase würde von einer staatlichen Stelle aus koordiniert.