Das Groeningemuseum stellt vor: "Van Eyck in Brügge"

Der in diesem Jahr groß gefeierte flämische Meister Jan van Eyck hat nicht nur Spuren in Gent hinterlassen. Eine Zeit lang lebte und wirkte er auch in Brügge. Und auch dort, im Groeningemuseum, befinden sich zwei seiner Werke. Diese sind auch in diesem Jahr dort zu bewundern und wurden nicht nach Gent gebracht, wo derzeit die umfassendste Ausstellung zu dessen Schaffen stattfindet. Allerdings wurde um diese beiden Werke herum ein dem Anlass entsprechendes Szenario installiert und van Eyck ist in der ganzen Stadt zu spüren.

Jan van Eyck ließ sich irgendwann zwischen 1431 und 1432 in Brügge nieder und besaß dort in der damaligen Sint-Gillisnieuwstraat ein Haus. Später wurde diese Straße umbenannt und heißt bis heute Gouden-Handenstraat. Hier entstand van Eycks Spätwerk und hier führte er ein Atelier mit zahlreichen gut ausgebildeten Assistenten, denen er viel zu verdanken hat, auch wenn ihre Namen vergessen sind. Zwei Werke aus dieser Zeit sind in Brügge geblieben und gehören zum festen Bestandteil der Kunstsammlung des Groeningemuseums. Das Groeningemuseum ist zu diesem Anlass in den vergangenen beiden Jahren modernisiert und renoviert worden und zeigt sich heute in neuem Glanz.

Das eine Bild ist „Porträt von Margareta van Eyck“ aus dem Jahr 1439, dass seine Ehefrau zeigt, die er 1433 geheiratet hatte. Das Gemälde zeigt eine selbstsichere Frau mit ernstem Blick. Der zweite van Eyck aus dem Groeningemuseum in Brügge ist „Madonna mit dem Kanonikus Joris van der Paele“ aus dem Jahr 1436. Dieses Werk - wie auch das Portrait seiner Frau ein auf Holz gefertigtes Ölbild - ist nach dem „Lamm Gottes“ das größte Werk des Meisters.

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Jan Van Eyck, “Portret van Margaretha van Eyck”
(c) Municipal Museums Bruges, Groeningemuseum. Photo: The National Gallery, London.

Auch dieses Bild ist ein Zeichen für van Eycks Erneuerung der Malerei. Es zeigt die Maria zwischen zwei Heiligen in einem Raum. In der kirchlichen Geschichte und in der Kunstgeschichte wird ein solcher Bildaufbau ein „Heiliges Gespräch“ genannt. Die Maria trägt Christus auf ihrem Schoß und ihr Thron wird von Figuren verziert, die Adam und Eva darstellen. Das Werk zeigt eine Szene in einem kirchlichen Umfeld. Van Eyck sorgte hier für Feinheiten bis ins kleinste Detail, was nicht nur der Fall bei den dargestellten Menschen ist, sondern auch bei allen möglichen Details in der Gestaltung des Raumes.

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Jan Van Eyck, "Madonna mit dem Kanonikus Joris van der Paele"
Image courtesy of LUKAS - ART IN FLANDERS vzw

Das große Bild mit den Ausmaßen 125,5 x 160 cm lässt viele Details entdecken, z.B. den kleinen Blumenstrauß, den Christus Maria überreicht oder die vielen Verzierungen der Gewänder der beiden Nebenfiguren. Aber auch Marias Schmuck ist fein wiedergegeben inklusive Licht und Schatten.

Das Groeningemuseum präsentiert diese Beiden Werke von Jan van Eyck auf eine ganz besondere Art und Weise. Röntgenfotos und Infrarotbilder in Originalgröße lassen zu, dass man einen tiefen Einblick in die Technik des Künstlers bekommt. Und über originale Dokumente aus den Brügger Archiven wird dessen Lebensgeschichte in dieser Stadt nachvollzogen. Und, das Groeningemuseum porträtiert einige von van Eycks Kunden, die es sich leisten konnten, bei ihm Gemälde zu bestellen. Nicht zuletzt ist zu bemerken, dass Jan van Eyck schon zu Lebzeiten einer der wichtigsten und bekanntesten Maler Europas war.

Jan van Eyck in Brügge, ab dem 12. März 2020 bis zum 12. Juli 2020, Groeningemuseum, Dijver 12, 8000 Brügge. Info: www.museabrugge.be. Über diese Webseite erfahren Interessierte auch, die was Rahmenprogramm rund um Jan van Eyck in Brügge gestaltet wurde. 

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