BELGA

Offener Brief von flämischen Wissenschaftlern und Rektoren ruft zu verschärften Maßnahmen gegen Covid-19 auf

Flämische Universitäts- und Hochschulrektoren, Wissenschaftler und Mediziner fordern in einem offenen Brief von den Behörden und Regierungen auf allen Ebenen in Belgien deutlichere Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus. Von unverbindlichen Empfehlungen, Instruktionen oder Richtlinien habe man nichts, so die Unterzeichner des Briefes. 

Das Virus sei eine ernste Sache, so die Autoren und es kombiniere eine hohe Ansteckungsmöglichkeit mit tödlichen Folgen, wodurch das hiesige Gesundheitssystem stark unter Druck zu stehen komme. Ohne weitreichende Maßnahmen, die zudem strikt umgesetzt und eingehalten werden müssen, drohe ein „italienisches Szenario“. Zudem, so das Schreiben, müssten alle entsprechenden Maßnahmen „von einem Organ mit einem Mandat für das ganze Land“ auferlegt werden. 

Man sei sich der wirtschaftlichen Folgen durch weitreichende Maßnahmen gegen Covid-19 bewusst, doch durch Unterlassung könne der Schaden noch viel höherausfallen, „für die Wirtschaft und für das Gesundheitssystem“. Die Rektoren und Wissenschaftler stellen noch einmal ihre Version eines deutlichen Maßnahmenkatalogs vor:

-      Wo möglich, zuhause arbeiten, unnötige Versammlungen und Dienstreisen verschieben

-      Mitarbeiter, die nicht von zuhause aus arbeiten können, muss die Möglichkeit gegeben werden, weniger in Kontakt mit anderen Personen zu kommen. Am Arbeitsplatz sollten häufig durch verschiedenen Personen genutzte Oberflächen und Geräte häufig desinfiziert werden

-      Alle möglichen Evens jeglicher Art, bei der viele Menschen zusammenkommen, innen oder draußen, privat oder öffentlich, sollten entfallen

-      Im öffentlichen Nahverkehr sollte die Kapazität der Fahrzeuge erhöht werden, damit die Menschen nicht zu nah beieinander reisen müssen

-      Gegenseitiges Begrüßen ohne Körperkontakt

-      Vermeiden von sozialen Kontakten mit älteren Menschen

-      Bei Begegnungen in geschlossenen Räumen sollten die Anwesenden einen Abstand von 1 Meter voneinander halten

Die Unterzeichner sind die Wissenschaftler, biologischen Mediziner, Infektionsexperten und Gesundheitsvolkswirte Philippe Beutels (UAntwerpen), Steven Callens (UGent und UZ Gent), Niel Hens (UHasselt und UAntwerpen), Herman Goossens (UAntwerpen und UZA), Pierre Van Damme (UAntwerpen), Marc Van Ranst (KULeuven) und Erika Vlieghe (UAntwerpen und UZA) sowie die Rektoren Luc De Schepper (UHasselt), Caroline Pauwels (VUB), Luc Sels (KU Leuven), Rik Van de Walle (UGent) und Herman Van Goethem (UAntwerpen).

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