Belgien reagiert auf Covid-19: Gastronomie muss schließen, Schulen geben keinen Unterricht

Die belgische Bundesregierung trifft weitgehende Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus. Seit Mitternacht bleiben Restaurants, Cafés und andere Gastronomiebetriebe geschlossen und die Schulen bieten nur Aufnahme, geben aber keinen Unterricht. Für den Arbeitsbereich sieht die Regierung eine ganze Reihe von Schritten ein, um die Maßnahmen wirtschaftlich abzufedern. Die Maßnahmen gelten bis auf weiteres bis zum 3. April, also bis zum Beginn der Osterferien.

Schulen, Kindergärten, Universitäten und Hochschulen

-      In den Schulen findet kein Unterricht statt, sie schließen allerdings nicht, um Kinder aufzunehmen.

-      Vor allem Kinder von Eltern, die im Pflege- und Gesundheitssektor arbeiten, sollen in den Schulen unterkommen. Dies betrifft auch Kinder von Eltern aus dem öffentlichen Sicherheitssektor. Die Regierung will so den gesamten Gesundheitsbereich funktionieren lassen

-      Für alle Kinder, die nur von ihren Eltern betreut werden können, wird für Begleitung gesorgt. Ältere Menschen bilden eine Risikogruppe, die einer möglichen Ansteckung nicht ausgesetzt werden soll

-      Die Kindergärten und Kinderkrippen bleiben geöffnet

-      Universitäten und Hochschulen sollen Möglichkeiten eines Fernunterrichts entwickeln. Geschlossen werden sie nicht, doch Vorlesungen in großen Hörsälen werden nicht gegeben

Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Sport

-      Alle rekreativen, sportiven, kulturellen und folkloristischen Aktivitäten werden annulliert, ungeachtet ihres Umfangs und der Frage, ob sie privat oder öffentlich sind

-      Cafés, Restaurants, Bars, Diskotheken und ähnliches bleiben geschlossen

-      Hotels bleiben geöffnet, doch deren Bars und Restaurants bleiben geschlossen

-      Mahlzeitlieferungen nach Hause und Drive-In-Möglichkeiten sind erlaubt

-      Lebensmittelgeschäfte, Tierfutterhandlungen, Apotheken – also Geschäfte mit den Dingen des täglichen Lebens – bleiben normal geöffnet, auch am Wochenende. Sie müssen aber strikt den seit Tagen geltenden Hygienevorschriften entsprechen

-      Alle anderen Geschäfte und Märkte bleiben in der Woche geöffnet, müssen aber am Wochenende geschlossen bleiben

Arbeit

-      Alle Arbeitnehmer sollen im Rahmen des Möglichen weiter tätig bleiben, doch die Unternehmen müssen maximal auf Arbeiten zu Hause setzen und Home Office ermöglichen

Informationen für Arbeitgeber

Die Maßnahmen der Regierung haben Folgen für die Wirtschaft. Deshalb hat die Regierung Maßnahmen erlassen, die für das Betriebsleben gelten:

-      Zeitweilige Arbeitslosigkeit durch Übermacht

-      Zeitweilige Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen

-      Zahlungspläne für Sozialbeiträge der Arbeitgeber

-      Zahlungsplan für Mehrwertsteuer

-      Zahlungsplan für betriebliche Steuervorabzüge

-      Zahlungsplan für Einkommens- und Körperschaftsteuer

-      Senkung der Vorauszahlungen für Selbständige

-      Aussetzen oder Freistellung von Zahlungen von Sozialbeiträgen für Selbständige

-      Ersatzeinkommen für Selbständige (Überbrückungsrecht)

-      Flexibilität bei der Durchführung von staatlichen Aufträgen

Öffentlicher Nahverkehr

-      Der öffentliche Nahverkehr funktioniert normal. Die Behörden bitten allerdings darum, die Nutzung auf dringend notwendige Fahrten zu verzichten und wichtige Fahrten nicht während den Stoßzeiten zu unternehmen. Arbeitgeber, die nicht alle ihre Mitarbeiter von zu Hause arbeiten lassen können, sollen ihre Dienstpläne flexibel gestalten, damit der öffentliche Nahverkehr punktuell nicht zu sehr belastet wird

Infos über die kostenlosen belgischen Telefonnummern 0800 14 689 für Fragen zu Gesundheit und öffentliche Ordnung oder 0800 120 33 für Fragen zur wirtschaftlichen Themen und zum Bereich Arbeit

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