Maßnahmen der flämischen Regierung, um Auswirkungen der Krise abzufedern

Die flämische Regierung hat drei wichtige Entscheidungen an diesem Freitag gefällt, um die Auswirkungen der Krise abzufedern. So stellt sie zum Beispiel 100 Millionen Euro für Krisengarantien für Unternehmen bereit.

Am Tag nach den drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung des Coronavirus hat die flämische Regierung Maßnahmen ergriffen, um die wirtschaftlichen Folgen dieser Eingriffe so gut wie möglich aufzufangen. So hat die flämische Regierung beispielsweise 100 Millionen Euro für Krisengarantien für Unternehmen bereitgestellt, die aufgrund der Coronakrise Schwierigkeiten haben, ihre Schulden zu begleichen.

Die 100 Millionen Euro werden dafür sorgen, dass Unternehmen und Selbständige auch einen Überbrückungskredit für bestehende Schulden erhalten können. Dieser wird durch die 'Participatiemaatschappij Vlaanderen' garantiert. Die Maßnahme kommt zu den bestehenden Garantien für Investitionskredite und Betriebskapital hinzu.

Daneben wird es eine Pauschale für Geschäfte geben, die die Türen schließen müssen.

Jedes Café oder Restaurant, das am Wochenende und während der Woche geschlossen werden muss, erhält eine Pauschalentschädigung von 4.000 Euro. Sollten die Maßnahmen länger als 21 Tage andauern, werden weitere tägliche Hilfen von 160 Euro gewährt.

Geschäfte, die nur während des Wochenendes geschlossen werden müssen, sollen 2.000 Euro Entschädigung und nach 21 Tagen ebenfalls 160 Euro pro Tag erhalten.

Die flämische Regierung will zudem bei der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, vor dem Hintergrund dieser Krise eine größere Flexibilität für Staatshilfen beantragen.

Darüber hinaus plant die flämische Regierung dringend Bankkonsultationen mit dem Branchenverband Febelfin. Ziel ist es, konkrete Vereinbarungen über die Auswirkungen der Krise auf die Liquidität und Rückzahlungsfähigkeit von Unternehmen, Einzelpersonen und Familien zu treffen. Die flämische Wirtschaftsministerin Hilde Crevits schlug eine Kontaktstelle vor, damit Betroffene eine schnelle Beratung erhalten können.

VRT soll bei Fernunterricht helfen

Die VRT soll eingeschaltet werden, um das Unterrichtsangebot zu unterstützen, während der Zeit, in der die Schulen geschlossen sind, hieß es auch noch auf der Pressekonferenz der flämischen Regierung. An diesem Nachmittag wird die Regierung mit dem öffentlich-rechtlichen flämischen Sender darüber beraten. Geplant ist also eine Art Schulfernsehen, "da nicht jeder einen Computer zu Hause habe, wohl aber einen Fernseher", so der flämische Unterrichtsminister Ben Weyts.

Supermärkte und Lebensmittelläden bleiben offen

Es gebe keinen einzigen Grund für Hamsterkäufe, so der Ministerpräsident von Flandern, Jan Jambon, auch noch. Die Lebensmittelgeschäfte blieben offen! "Die Nahrungsmittelversorgung wird auch morgen und in Zukunft gewährleistet sein", so Jambon in einem Interview mit der VRT.

Auch Moscheen schließen und Gottesdienste werden gestrichen

Die Exekutive der Muslime in Belgien (EMB) und der Koordinierungsrat der islamischen Institutionen in Belgien (CIB) forderten am Freitag die Moscheen auf, ihre Türen mindestens bis zum 3. April zu schließen.

Die flämische Regierung hat auch mit Kirchenvertretern vereinbart, dass zum Beispiel Gottesdienste vorerst nicht stattfinden sollen. Lediglich Beerdigungen in kleinem Rahmen sind zugelassen.  

153 neue Coronavirus-Fälle in Belgien

Unterdessen wurden 153 neue Coronavirus-Fälle in Belgien registriert, berichtet der interföderale Sprecher Steven Van Gucht. Der Zähler steht jetzt bei 556 Infektionen.