In Belgien ist ein vierter Covid-19-Patient gestorben - Jetzt 689 Fälle im Land

Das Nationale Krisenzentrum zur Coronaviruskrise teilte bei seinem täglichen Briefing mit, dass ein vierter Patient an den Folgen des Virus gestorben ist. Inzwischen ist die Zahl der Infizierten in Belgien um 133 Patienten auf 689 Personen gestiegen. Davon werden 97 Patienten in Krankenhäusern behandelt. 24 unter ihnen liegen auf einer Intensivstation. Das belgische Außenamt rät indessen von Reisen ins Ausland ab. 

Das belgische Außenamt rät von Reisen ins Ausland ab. Das Risiko, dass Belgier irgendwo im Ausland festsitzen würden, weil die Länder, in denen sie sich aufhalten, Covid-19-Probleme bekommen, strenge Maßnahmen ergreifen, Flugplätze schließen oder sich abschotten, sei zu groß. 

Belgiern, die sich im Ausland aufhalten oder die gerade erst dorthin gereist sind, wird angeraten, sich an die lokalen Behörden, ihre Reisegesellschaft oder ihre Fluggesellschaft zu wenden und in Notfällen auch an die Botschaften oder Konsulate Belgiens im jeweiligen Land. 

Hilfsgüter aus China für Europa

Am Flughafen Lüttich/Bierset ist eine Maschine gelandet, die 500.000 Mundschutzmasken und anderes medizinisches Material an Bord hat (Foto unten). Diese Produkte sind eine Schenkung des Gründers des chinesischen Internetgiganten Alibaba, Jack Ma, an Europa. In den kommenden Tagen sollen weitere Lieferungen mit Mundschutzmasken über Lüttich folgen, darunter weitere 2 Millionen Masken. Die gerade angekommene Lieferung bleibt aber nicht in Belgien sondern wird an Italien weitergeliefert. Alibaba betreibt am Standort Lütticher Regionalflughafen Bierset ein wichtiges Hub für Transorte in Richtung Europa. In Bierset befindet sich einer der wichtigsten Frachtflughäfen Belgiens.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

AFP

Die belgische Polizei gibt unterdessen an, bei der Kontrolle der Schließung der Gastronomiebetriebe aufgrund des staatlichen Maßnahmenpakets gegen das Coronavirus kaum nennenswerte Probleme gehabt zu haben. Spannungen gibt es gerade allerdings im Gefängniswesen. Nach dem bekannt wurde, dass die Häftlinge laut diesem Notfallplan keine Besuche empfangen dürfen, brach in der Haftanstalt Dendermonde ein Häftlingsaufstand aus. 95 Gefangene weigerten sich nach dem Hofgang wieder in ihre Zellen zurückzukehren. Sie fordern Besuchsrecht und Mundschutzmasken. Deren Panik ist auch darauf zurückzuführen, dass im Gefängnis von Mons in der vergangenen Woche ein Häftling positiv auf Covid-19 getestet wurde. Doch offenbar wurde dieser von einem Besucher angesteckt… 

Am Samstagnachmittag kehrten die aufgebrachten Häftlinge in ihre Zellen zurück, nachdem mehrere Einheiten der Polizei in Gefechtsausrüstung in die Haftanstalt eingerückt waren. Letztendlich mussten die Polizisten nicht eingreifen und als die ebenfalls angerückte Feuerwehr einige kleine angesteckte Brände in Zellen und Aufenthaltsräumen gelöscht hatten, war der Aufstand zu Ende, wie der erleichterte Bürgermeister von Dendermonde, Piet Buyse (CD&V) angab: „Die Verhandlungsführer konnten den Häftlingen deutlich machen, dass die Coronamaßnahmen für alle gelten und nirgendwo gelockert werden dürfen.“  

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