Das belgische Bundesparlament in Brüssel
Alexander Dumarey

Politbarometer Belgien: Die extremen Parteien gewinnen hinzu

Nach einem aktuellen Politbarometer im Auftrag von Het Laatste Nieuws, De Morgen, VTM, Le Soir und RTL würde der rechtsradikale Vlaams Belang bei Parlamentswahlen in Belgien in Flandern zur stärksten Partei und lässt die Nationaldemokraten N-VA deutlich hinter sich. Hier zeigt sich, dass die traditionellen Parteien Stimmen an die Extremisten verlieren. In der Wallonie würde die sozialistische PS die meisten Stimmen auf sich vereinen. Doch die PS spürt langsam den Atem der linksradikalen Arbeiterpartei PTB im Nacken, die inzwischen schon drittstärkste Partei in der Wallonie werden würde. Auch hier also Extremisten im Vormarsch. 

Im von der Umfrageagentur Ipsos im Auftrag der oben genannten Medien erstellten neuesten Politbarometer wird in Flandern der rechtsradikale Vlaams Belang mit mehr als 27 % stärkste Partei mit über 27% (plus rund 10 %) der Stimmen. Die flämischen Nationaldemokraten N-VA verlieren ihren Status als stärkste Kraft und können nur noch knapp 20,7 % der flämischen Wähler von sich überzeugen (minus rund 5 %). Die Christdemokraten CD&V kommen auf knapp 12% gefolgt von den Liberalen Open VLD mit 10 %, den Sozialdemokraten SP.A (9,6 %), den Kommunisten der PvdA mit 9,3 % (vorher 5,6 %) und den Grünen von Groen mit 8,8 % (minus 1 %).

In der gleichen Umfrage kommt die PS auf 25,5 % in der Wallonie. Die frankophone liberale Reformbewegung MR bleibt weiterhin zweitstärkste Partei, verliert aber fast 1 % im Vergleich zur letzten Umfrage im Dezember und steht jetzt bei rund 19,5 %. Die linksradikale PTB wird hier drittstärkste Kraft mit 18,5 %. Die Grünen von Ecolo verlieren mehr als 1,5 % und sind mit 15,5 % nur noch die viertstärkste politische Kraft in der Wallonie. Die Zentrumspartei CDH liegt weit abgeschlagen mit 7,5% am Ende des Spektrums.

In der Region Brüssel-Hauptstadt übernimmt die PS wieder den ersten Rang im Parteienspektrum von Ecolo/Groen. Die frankophonen Sozialisten holen knapp 20,5 % und Ecolo knapp 20 %. Ecolo muss etwa 1,6 % in der Hauptstadt abgeben. Die liberale MR bleibt in Brüssel dritte Kraft und bleibt auf einem 17,6 %-Status Quo. Dahinter folgt die marxistische PTB/PvdA mit 12,2 % und die sozial-liberale DéFi. Die Zentrumspartei CDH fällt mit nur noch 3,8 % hier unter die 5 %-Hürde.

Die Umfrage wurde zwischen dem 4. und dem 9. März bei 2.463 wahlberechtigten Belgiern durchgeführt. Die Fehlermarge liegt bei +/-3,1 % in der Wallonie, bei +/-3,2 % in Flandern und bei +/-4,3% in Brüssel.