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Regierung rät von Auslandsreisen ab - Reisesektor muss improvisieren

Das belgische Außenamt rät von Reisen ins Ausland ab. Das Risiko, dass Belgier irgendwo im Ausland festsitzen würden, weil die Länder, in denen sie sich aufhalten Covid-19-Probleme bekommen, strenge Maßnahmen ergreifen, Flugplätze schließen oder sich abschotten, sei zu groß. Die Reiseveranstalter und die Fluggesellschaften reagieren. 

Belgiern, die sich im Ausland aufhalten oder die gerade erst dorthin gereist sind, wird angeraten, sich an die lokalen Behörden, ihre Reisegesellschaft oder ihre Fluggesellschaft zu wenden und in Notfällen auch an die Botschaften oder Konsulate Belgiens im jeweiligen Land. Das Außenministerium richtet eine Notnummer ein, über die sich betroffene belgische Urlauber im Ausland melden können: ++32 (0)2 501 4000.

Das größte Problem liegt gerade in Marokko vor, wo sich derzeit rund 1.000 Belgier aufhalten, die nicht wissen, wie, wann und ob sie in absehbarer Zeit wieder in ihr Heimatland zurückreisen können. Die marokkanischen Behörden seien offenbar mit der Coronakrise und den vielen Ausländern im Land völlig überfordert, so einige Betroffene gegenüber VRT NWS.

Viele Länder machen gerade dicht

Das US-Einreiseverbot, ähnliche Vorgaben der Regierungen und der Türkei und Marokkos, die Flügen aus Belgien keine Landeerlaubnis mehr erteilen, Tschechien, Polen, Dänemark und die Slowakei schließen ihre Grenzen. Länder, wie Italien, Spanien, Frankreich oder Österreich und weitere erlassen immer strengere Maßnahmen gegen Covid-19. Jetzt mussten die belgischen Behörden reagieren: „Das Risiko für belgische Bürger, im Ausland blockiert zu werden, ist zu groß.“. Ein Reiseverbot verfügt Belgien allerdings nicht.

Reiseagenturen und Fluggesellschaften reagieren

Brussels Airlines und Ryanair haben ihre Flugangebote von und nach Belgien inzwischen drastisch zurückgeschraubt und überlegen von Flug zu Flug und jetzt ziehen die Reiseveranstalter nach. TUI z.B., der größte Anbieter von Pauschalreisen in Belgien streicht bis auf weiteres alle derartigen Angebote und bietet Gutscheine für andere Reisen zu einem späteren Zeitpunkt an. Sunweb reagiert ähnlich und annulliert alle Pauschalreisen, Wintersportreisen und sogar Ferien mit dem eigenen Auto in gebuchte Hotels vorerst bis zum 31. März. In die Türkei will Sunweb nicht mehr bis Mitte April fliegen.

Corendon streicht alle Kreuzfahrten bis zum 31. März und Touroperator Joker nimmt Kontakt mit allen Kunden im Ausland auf, um diese, wenn sie es den wollen, zurück nach Belgien zu bringen. 

Brussels Airlines bittet um staatliche Unterstützung

Brussels Airlines, eine 100%ige Lufthansa-Tochter, wird bei der belgischen Regierung Unterstützung beantragen. Infolge der Coronakrise musste die Airline bereits 35 % ihrer Flüge streichen und im April steigt diese Zahl voraussichtlich auf 45 % der Flugangebote. Bei Lufthansa vermutet man, dass diese Zahl unter Umständen noch viel höher ausfallen könne. Die Rede ist sogar von einem Szenario, nach dem Brüssels Airlines den Flugverkehr eine Zeit lang ganz einstellen könnte. Ab Montag befinden sich weite Teile des BA-Personals in Kurzarbeit, doch die Airlines ist sich nicht sicher, ob das auf Dauer reichen wird, um Verluste aufzufangen. 

BELGA/DOPPAGNE

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