Nach und nach schließen Geschäfte (nicht Lebensmittelläden!) und ein ganzer Stadtkern in Belgien

Nach und nach schließen in Belgien mehrere große Geschäfte oder Ladenketten (es handelt sich aber nicht um Nahrungsmittelgeschäfte!). So hat MediaMarkt angekündigt, es schließe bis auf weiteres alle seine Geschäfte in Belgien. Das Zentrum in Beringen (Provinz Limburg) wird ab diesem Dienstag vollständig geschlossen. Die Händler haben gemeinsam beschlossen, alle ihre Türen bis zum 3. April zu schließen. Und der Küstenort De Panne schließt die Grenze wegen Tabaktourismus. Die betreffenden Geschäfte bleiben an diesem Dienstag zunächst einmal bis 12 Uhr geschlossen.

Der Nationale Sicherheitsrat hatte am Donnerstagabend beschlossen, dass alle Geschäfte, die nicht lebenswichtige Artikel verkaufen, über das Wochenende schließen sollen. Einige haben daher die Führung übernommen und beschlossen, auch unter der Woche zu schließen.

Nachdem Decathlon, JBC, Exki, Promod und die Torfs-Schuhgeschäfte am Montag geschlossen wurden, sind nun also auch MediaMarkt und Extra zu. Bei Extra handelt es sich um die 42 Filialen in Belgien. Diese sind auf den Verkauf von Reinigungs- und Kosmetikprodukten sowie auf den Verkauf von Artikeln für Wohnungseinrichtungen spezialisiert.

Die Elektronikkette MediaMarkt teilt in einer Pressemitteilung mit, sie schließe bis auf weiteres alle ihre Geschäfte in Belgien. Kunden könnten weiterhin online einkaufen. Eine Abholung im Geschäft sei nicht mehr möglich.

MediaMarkt hat 29 Filialen in Belgien und beschäftigt rund 1.600 Mitarbeiter. Einige von ihnen beantragten befristete Arbeitslosigkeit, so eine der Sprecherinnen des Unternehmens. 

Handel im Beringener Zentrum freiwillig im Lockdown

Die Innenstadt von Beringen wird ab diesem Dienstag vollständig geschlossen. Die Händler haben gemeinsam beschlossen, alle ihre Türen bis zum 3. April zu schließen. Das sagt die Leiterin des Zentrums, Sandra Huyskens von der gemeinnützigen Organisation Handelaars Beringen-centrum.

Nach Angaben der Leiterin des Zentrums handelt es sich um fünfzehn bis zwanzig Unternehmen, die daran beteiligt sind. "Die Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeiter steht an erster Stelle. Wir glauben, dass das Virus schneller bekämpft werden kann, wenn wir es jetzt alle gemeinsam bekämpfen. Es ist eine schwierige Zeit für uns alle, aber wir glauben fest daran, dass wir das gemeinsam durchstehen können. Wir hoffen, dass die Regierung uns allen bald Lockdown verordnen wird. Das wäre die einzig richtige Entscheidung für unsere Gesellschaft", heißt es.

Die Händler setzen auf Online-Verkäufe, so dass jeder weiterhin die Möglichkeit hat, vor Ort zu kaufen.

Küstenort De Panne schützt sich vor Tabaktourismus

Der Bürgermeister von De Panne, Bram Degrieck, hat die Grenzen bis Dienstagnachmittag schließen lassen. Auch Geschäfte, die Tabak- und Alkoholprodukte verkaufen, sind geschlossen. Die Maßnahme wird eingeführt, weil viele Franzosen am Montag schnell nach De Panne kamen, um sich mit Vorräten einzudecken.

Am gestrigen Montag hatte es in De Panne lange Schlangen vor mehreren Geschäften, die Tabak- und Alkoholprodukte verkaufen, gegeben.

Nach Angaben der Polizei besteht die Möglichkeit, dass der Rest der Westküste die gleiche Maßnahme ergreifen wird. Die Polizeizone Westküste wird die Maßnahme strikt durchsetzen. Es folgt eine Einschätzung der Situation in Frankreich und die Unterstützung der französischen Gendarmerie.

Comeos, die Stimme des Handels und der Dienstleistungen in Belgien, hat unterdessen neue Maßnahmen angekündigt, die ab Mittwochmittag in Kraft treten werden, einschließlich einer Begrenzung der Anzahl der Kunden pro Geschäft.

Recyclingparks in Flandern geschlossen

Aufgrund eines ungewöhnlichen Anstiegs der Besucherzahlen hat die flämische Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) zudem beschlossen, alle Recyclingparks ab Dienstagnachmittag zu schließen. "Noch immer gehen zu viele Menschen in den Recyclingpark für Besuche, die nicht notwendig sind", sagt Demir in einer Mitteilung. "Sie gefährden nicht nur sich selbst und das Personal, sondern die gesamte Bevölkerung.

Auch IKEA macht erst einmal die Türen zu

IKEA hält seine dreizehn Filialen in den Niederlanden mindestens bis zum 6. April geschlossen. Das schwedische Unternehmen tut dies, um die Gesundheit seiner Mitarbeiter und Kunden zu gewährleisten, hieß es an diesem Dienstag. Auch die IKEA-Filialen in Belgien und Portugal werden bis auf weiteres geschlossen.

Das IKEA Web-Einrichtungshaus bleibt geöffnet. Zusätzliche Maßnahmen werden für Möbellieferanten und Monteure sowie für Küchen- und Badinstallateure ergriffen.