Notarzt über Corona: "Wir sehen 30-Jährige ohne Krankengeschichte, die Bilder der Lungen sind beängstigend"

Auch jüngere, gesunde Menschen können von dem neuen Coronavirus stark angegriffen werden. Davor warnt der Notarzt Ignace Demeyer vom OLV-Krankenhaus in Aalst. Die Lungenscans von Patienten, die seine Station betreten, sind "geradezu beängstigend", so Dr. Demeyer in der VRT-Sendung "Terzake".

Nein, nicht nur ältere Menschen oder Patienten, die bereits ein medizinisches Problem haben, werden Opfer des neuen Coronavirus. Davor warnt der Notarzt Ignace Demeyer. "Wir sehen Menschen mit einer unbeschriebenen Krankengeschichte, die sehr schwer krank sind.“ Es geht also nicht nur um die älteren Generationen. "Wir hatten bisher nur sehr wenige ältere Menschen im Haus", betont Dr. Demeyer. "Wir haben jetzt Leute zwischen 30 und 50 Jahren, die zu uns kommen."

Sie alle haben die gleichen Symptome", erklärt Dr. Demeyer. "Sie sind seit einer Woche krank, sind mit Grippesymptomen zu Hause geblieben. Der Grippeanfall ist vorbei, denken sie. Zwei Tage fühlen sie sich wohl. Und dann kommen sie mit Beschwerden über trockenen Husten und Atemnot. Wenn wir ihre Sauerstoffsättigung (Sauerstoffgehalt in unserem Blut, Red.!) messen, sehen wir, dass sie für ihr Alter eine sehr niedrige Sauerstoffsättigung haben.“

In diesem Moment geht ein deutliches Alarmsignal an die Ärzte, dass es sich um Problempatienten handelt, aber die Menschen selbst merken es nicht immer, weil sie sich in diesem Moment nicht sehr krank fühlen. "Sie kommen einfach hereinspaziert, aber sie sind schrecklich von dem Virus betroffen." Notarzt Demeyer zeigt auch Aufnahmen der Lunge eines solchen Coronapatienten. "Die Bilder, die wir gestern aufgenommen haben, sind geradezu beängstigend."

Entzündliche Flüssigkeiten

Das Bild links zeigt die normale Lunge. Auf dem zweiten Bild sind bereits Lungenbläschen zu 20 bis 25 Prozent mit entzündlicher Flüssigkeit gefüllt. Der dritte Scan ist sogar noch schlimmer: Dort ist 80 bis 90 Prozent entzündliche Flüssigkeit vorhanden. "Diese Menschen können natürlich immer noch heilen, aber es ist eine lebensbedrohliche Situation. Und es sind Menschen, die nicht rauchen, sie haben keine anderen Krankheiten wie Diabetes oder Herzinsuffizienz. Es sind sportliche junge Leute".

Der Virologe Steven Van Gucht teilt diese Sorge: "Das ist einer der Gründe, warum wir der Regierung geraten haben, diese drastischen Maßnahmen zu ergreifen, und warum wir alle bitten, sie strikt zu befolgen. Dr. Demeyer nennt die Tatsache, dass einige junge Menschen den Ernst der Lage noch immer nicht erkennen und Partys organisieren oder einen Wochenendausflg machen, "absolut unverantwortliches Verhalten."