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Die Häfen von Antwerpen und Zeebrügge haben die weitere Betriebsfähigkeit als Priorität

Um einen geregelten Betrieb des Antwerpener Hafens während der Coronakrise zu gewährleisten, verfolgt die Hafengesellschaft kontinuierlich die Ratschläge der WHO, der EU und des Gesundheitsministeriums der belgischen Bundesregierung bzw. der flämischen Landesregierung sowie der Bundes- und Landesverkehrsbehörden. In Zeebrügge funktioniert der Hafen ähnlich wie in der Scheldemetropole.

Der Antwerpener Hafen hat dazu mit den verschiedenen Partnern eine grenzüberschreitende, Sektor übergreifende Taskforce eingerichtet, die die Situation wöchentlich überprüft und gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen durchsetzt.

Ankommende Schiffe müssen 24 Stunden vor dem Einlaufen in den Antwerpener Hafen eine Liste der letzten zehn angelaufenen Häfen vorlegen. Zudem müssen sie ebenfalls 24 Stunden vor dem Einlaufen eine maritime Gesundheitserklärung (MDH) abgeben, aus der ersichtlich ist, ob an Bord Krankheitsfälle oder Krankheitsverdacht vorliegt. Dies wird von den Gesundheitsbehörden im Hafen, Saniport, überprüft.

Nicht notwendige Veranstaltungen im Antwerpener Hafen wurden abgesagt. Besucher werden nur dann zu sensiblen Arbeitsorten im Hafen zugelassen, wenn dies unbedingt notwendig ist. Viele Mitarbeiter im Hafen können inzwischen, wenn dies möglich ist, auch hier von zu Hause aus arbeiten.

China ist nach den USA der zweitgrößte Handelspartner des Hafens von Antwerpen. Wegen des Corona-Ausbruchs werden in den kommenden Wochen voraussichtlich 15 Schiffe aus Asien weniger den Hafen anlaufen. Durch regulär und virusbedingte ausbleibende Abfahrten verringerte sich der Containerverkehr von und nach China um 115.000 TEU (Standard-Container).

Aufgrund der Unsicherheit über die Verbreitung des Coronavirus könnten die wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Hafen von Antwerpen derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Betroffen ist in erster Linie der Containerverkehr und durch den Produktionsstopp bei der Automobilindustrie europaweit und in Teilen Asiens wird auch hier ein deutlicher Rückgang der Transportvorgänge erwartet. 

Ähnliche Vorgehensweise in Zeebrügge

Im Hafen von Zeebrügge sieht die Sache ähnlich aus. Hier bleiben alle Unternehmen aktiv, wenn auch nicht in allen Bereichen. Gerade Zeebrügge ist vom Produktionsstopp bei vielen Autobauern, z.B. auch Volvo Cars und Volvo Trucks in Gent bzw. Audi in Brüssel, sehr betroffen, ist dieser Hafen in Teilbereichen doch auf den Transport von Neuwagen (Export und Import) spezialisiert.

Jetzt sollen die hier ansässigen Betriebe prüfen, auf welche Weise man sich in bestimmten spezifischen Bereichen in diesen Coronakrisenzeiten besonders konzentrieren kann. Auch in Zeebrügge wird ständig mit allen betroffenen Partnern die Lage erörtert, um die Versorgungskette aufrecht zu erhalten. Dies alles unter Berücksichtigung der geltenden von der belgischen Bundes- und der flämischen Landesregierung verfügten Maßnahmen. 

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