Das belgische Arbeitsamt zahlt allen, die durch Covid-19 in Kurzarbeit gehen müssen, einen Vorschuss

Das nationale belgische Arbeitsamt RVA wird allen zeitweiligen Arbeitslosen, die durch das Coronavirus in Kurzarbeit gehen müssen, einen monatlichen Vorschuss über 1.450 € aus, damit diese im Zuge der Bearbeitung ihres Vorgangs nicht ohne Einkommen dastehen. Dies teilte Bundesarbeitsministerin Nathalie Muylle (CD&V) am Mittwoch mit. Bis zum Stichtag 18. März sind bereits rund 400.000 Arbeitnehmer und rund 30.000 Unternehmen in Belgien davon betroffen. Auch die flämische Landesregierung trägt ihren Beitrag zur Unterstützung der "technischen Arbeitslosen" in diesen Tage bei. 

Brüssel werden seit Tagen von Anträgen auf Kurzarbeit von Beschäftigten bzw. deren Arbeitgebern regelrecht überflutet. Durch die aktuellen Maßnahmen, die am Mittwoch um 12 Uhr in Kraft getreten sind, wird die Lage noch verschärft. Inzwischen entstehen vor den entsprechenden Behörden lange Wartereihen, denn die allermeisten der heute betroffenen Unternehmen und Beschäftigten haben solche Probleme noch nie erfahren und deshalb müssen vor Ort zahllose neue Dossiers eröffnet werden, heißt es beim RVA dazu.

Es kann also durchaus passieren, dass Beschäftigte Tage und Wochen auf die Bearbeitung ihrer Anträge warten müssen. Deshalb springt hier das Bundesarbeitsministerium ein, damit die Betroffenen nicht währenddessen ohne Einkommen dastehen. Deshalb soll jeder Betroffene einen Vorschuss über 1.450 € erhalten und dies pro Monat. Ist die persönliche Akte abgeschlossen, wird der entsprechende Fehlbetrag überwiesen. Für nicht wenige der Antragsteller wird dieser Betrag allerdings am Ende genau auf dieser Höhe zu beziffern sein.

„In dem wir jedem, der sich in dieser Situation wiederfindet, einen Vorschuss von 1.450 € pro Monat zu gewähren, wollen wir die Kaufkraft der Leute soweit wie möglich garantieren. Die Leute müssen ihre Rechnungen - Strom, Gas, Miete und anderes - bezahlen und sie haben auch ihre tagtäglichen Ausgaben“, so Arbeitsministerin Muylle.  

Hinzu kommt noch, dass die flämische Landesregierung beschlossen hat, allen betroffenen Kurzarbeitern während dieser „technischen Arbeitslosigkeit“ für einen Monat die Wasser-, Gas- und Stromrechnung zu zahlen. Von Schließung betroffene mittelständische Unternehmen, z.B. aus der Gastronomie oder aus dem Einzelhandel werden von den flämischen Behörden mit einem ersten Zuschuss zur Kompensation erster Verluste mit 4.000 € entschädigt.