Brussels Airlines bringt 9.500 Belgier aus 14 Ländern zurück nach Hause

Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines wird zwar aufgrund von sinkenden Fluggastzahlen Ende der Woche ihren Flugbetrieb einstellen, doch gerade bringt die Lufthansa-Tochter auf Bestellung des belgischen Außenministeriums im Ausland gestrandete Urlauber, Geschäftsreisende oder auch Studierende und andere Personen, die sich dort aufhalten, zurück in die Heimat. Die BA wartet übrigens gerade mit eher schlechten Geschäftsergebnissen auf.

Insgesamt 56 Flüge organisieren das Außenamt in Brüssel und Brussels Airlines zu diesem Zweck. Rund 9.500 Landleute müssen repatriiert werden und dies aus Ländern, wie Gambia, Marokko, Spanien oder Portugal.

Bei Brussels Airlines heißt es dazu: „Alle Belgier, die sich momentan im Ausland aufhalten und nach Belgien zurückkommen wollen, sind dazu aufgefordert, sich auf der Webseite des Außenministeriums anzumelden und einzuschreiben.“ Am Donnerstag kamen die beiden ersten Flüge am Nationalflughafen in Zaventem an. Die Maschinen kamen aus Agadir und aus Marrakesch in Marokko und hatten jeweils 180 Passagiere an Bord. 

Schlechte Zeiten für Brussels Airlines

Brussels Airlines hat im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 40,6 Mio. € registriert und dies trotz eines weiteren Passagierzuwachses um 1,7 %. Insgesamt meldet die 100 %ige Lufthansatochter  für 2019 10,2 Millionen Fluggäste und eine 80 %ige Sitzplatzbelegung. Zu diesem Ergebnis hätten aber auch der Konkurs von Thomas Cook Belgien, mehrere zum Teil längere Fluglotsenstreiks und gestiegene Treibstoffpreise beigetragen.

Die Coronakrise zeige zudem derzeit ebenfalls heftige Auswirkungen auf das Unternehmen. Das Management von Brussels Airlines gab in diesem Zusammenhang bekannt, in diesen Tagen und für das kommende halbe Jahr auf 15 bis 20 % des Gehaltes zu verzichten. Weite Teile des Personal werden längerfristig in die Kurzarbeit geschickt. 

Die Geschäftsführung von Brussels Airlines/Lufthansa hält auf jeden Fall an den geplanten Reformen für die belgische Fluggesellschaft fest. Vor rund einem Jahr hieß es dazu: Brussels Airlines muss ab 2022 rund 160 Mio. € einsparen. Das entspricht etwa 10 % der aktuell laufenden Kosten. Das Vorhaben, „reboot“ genannt, fußt auf wirtschaftlichen Erwartungen der deutschen Muttergesellschaft Lufthansa, die davon ausgeht, dass Brussels Airlines in den kommenden 3 Jahren 8 % Gewinn verbucht.

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