Die Saison beginnt: Obst- und Gemüsebauern suchen dringend nach Erntehelfern

In den flämischen Anbaugebieten für Obst und Gemüse beginnt bald die Saison, doch durch das Coronavirus und die daraus resultierenden EU-Einreiseverbote für Personen von außerhalb der Union verhindern, dass die Erntehelfer nach Belgien kommen. Andere wiederum, zumeist Osteuropäer, verschwinden gerade schnellstens aus unserem Land. Die Agrarverbände schlagen Alarm.

Die Obst- und Gemüsebauern im belgischen Bundesland Flandern und im Rest des Landes stehen durch die Coronakrise vor ungeahnten Problemen. Ihnen gehen die Erntehelfer aus. Polen, Rumänen und Bulgaren verlassen Belgien gerade massiv in Richtung Heimat aus Angst vor Ansteckung und Arbeitskräfte von außerhalb der Europäischen Union dürfen wegen der Abschottung und der Grenzschließungen gar nicht erst einreisen.

Gerade jetzt aber braucht dieser Sektor massiv Hilfe, denn es gilt Erdbeeren, Tomaten und vor allem den ersten Spargel zu ernten. Das Allgemeine Bauernsyndikat (ABS) ruft inzwischen Personen, die gerade durch Covid-19 in Kurzarbeit sind oder ihren Job verloren haben, dazu auf, den Landwirten bei der Ernte helfen zu kommen. Jede helfende Hand sei willkommen.

Doch so einfach ist das Ganze nicht, denn verwaltungsmäßig ist dies nicht geregelt, auch wenn sich das belgische Arbeitsministerium und die regionalen Arbeitsämter durchaus schon  mit dieser Frage befassen.

Die Bauernverbände empfehlen unbürokratische Maßnahmen, z.B. die Möglichkeit, dass sich Interessenten bei ihnen und bei ihrem Arbeitsamt melden und den Landwirten bei der Ernte helfen. Schließlich würde ihnen ja schon Kurzarbeitergeld bezahlt und viele wollen nicht einfach so rumsitzen, bis die Coronakrise vorbei sei. Die Abstandsregelungen innerhalb der Coronavorschriften (1 bis 1,5 Meter Abstand zwischen zwei Personen) seien hier auf den Feldern sehr einfach einzuhalten, so der Appell.