Belgien macht ernst - An den Grenzen wird kontrolliert: "Nicht-essentielles Einreisen nicht mehr zugelassen"

Seit etwa 15 Uhr an diesem Freitag führen Zoll und Polizei in Belgien an den Grenzen Kontrollen durch. Das bedeutet, dass Ausländer, die keinen triftigen Grund dafür angeben können, warum sie nach Belgien fahren wollen, umkehren müssen. Nicht-essentielle Fahrten sollen vermieden werden und das betrifft in erster Linie touristische Reisen und Ausflügler.

Bundesinnenminister Pieter De Crem (CD&V) teilte dazu am Freitag mit: „Insbesondere werden touristische Fahren nach Belgien verboten und es werden ab jetzt Grenzkontrollen durchgeführt. Jede Übertretung wird strikt sanktioniert. Das Föderale Koordinations-Komitee (COFECO) wird unter der Leitung des Krisenzentrums mit der Aufgabe betreut, diese Maßnahme durchzuführen.“

Auch innerhalb Belgiens werden unnötige Fahrten und Ortsveränderungen weiter eingeschränkt, so der Innenminister: „Jede Fahrt zur Zweitwohnung innerhalb Belgiens wird ebenfalls verboten. Die Bundespolizei und die lokalen Polizeizonen werden diesen Beschluss kontrollieren und umsetzen.“

Damit schließt sich das belgische Innenministerium bereits von Kommunen und Provinzen durchgeführte Kontrolle an den Grenzen an und weitet dies auf das ganze Land aus. Das beinhaltet auch, dass Besitzer einer Zweitwohnung z.B. an der Küste oder in den Ardennen diese nicht mehr aufsuchen dürfen. Damit will man der weiteren Verbreitung des Coronavirus ebenfalls entgegenwirken. 

Innenminister De Crem legte im Rahmen einer Pressekonferenz Wert auf die Feststellung, dass es sich bei dieser Maßnahme nicht nur um Autofahrten handelt, sondern auch um grenzüberschreitende Bahnfahrten, Flüge und Schiffsreisen. Überall werde kontrolliert. Allerdings bleibe der grenzüberschreitende Güterverkehr von dieser Regelung unberührt und Belgier, die aus dem Ausland nach Hause reisen, dürfen selbstverständlich einreisen. Wer allerdings gegen diese durchaus strenge Regelung verstößt, so der Innenminister, der müsse mit Bußgeldern von bis zu 4.000 € oder mit Haftstrafen von bis zu 3 Monaten rechnen.