Coronavirus: Bis zu 1 Million Belgier von Kurzarbeit oder zeitweiliger Arbeitslosigkeit betroffen

Rund eine Million Arbeitnehmer in Belgier werden voraussichtlich durch die Coronakrise zumindest zeitweise arbeitslos sein. Davon geht Bundesarbeitsministerin Nathalie Muylle (CD&V - Foto) aus. Gegenüber dem flämischen Privatsender VTM sagte Muylle, dass zur Zeit über eine halbe Million Landsleute von den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus betroffen sind und sich in Kurzarbeit befinden oder die einen entsprechenden Antrag eingereicht haben. Viele Unternehmen müssen aufgrund der strengen Maßnahmen, die der Notfallplan der Regierung auferlegt, ihre Aktivitäten zumindest zeitweise beenden und schließen. 

Die Wirtschaft in Belgien ist vom Coronavirus und von den strengen Maßnahmen, die die belgische Bundesregierung der gesamten Gesellschaft auferlegte, besonders schwer betroffen. Die Zahlen, die Arbeitsministerin Myulle am Donnerstag bei VTM nannte, sind erschreckend: 1 Million Beschäftigte werden es wohl landesweit sein, die in Kurzarbeit gehen müssen oder die technisch Arbeitslos werden. Rund 700.000 Arbeitnehmer sind schon jetzt davon betroffen und inzwischen auch behördlich registriert.

Jetzt will die Regierung in Brüssel die Verfahren zur Anmeldung von Kurzarbeit oder von technischer Arbeitslosigkeit beschleunigen und auch vereinfachen, so die Ministerin: „Ein Antrag auf vorübergehende Arbeitslosigkeit wird automatisch geregelt. Die Bearbeitung wird nicht mehr drei oder vier Wochen dauern“.

Die Ministerin geht davon aus, dass Arbeitnehmern bis zum 5. April (dem Tag, an dem das Ende der Notfallmaßnahmen bis auf weiteres zu Ende gehen soll) bereits 1 Mia. € an Ersatzleistungen gewährt werden. Ein ähnlicher hoher Betrag soll zur Unterstützung der Selbständigen, der Freiberufler und der mittelständischen Unternehmer freigemacht werden.  

Demnach sollen Selbstständige, die ihr Geschäft auf eigene Initiative oder auf Anordnung der Behörden schließen, automatisch eine staatliche Sofortunterstützung über 1.200 € erhalten. Das Kabinett der neuen belgischen Bundesregierung berät an diesem Freitag über neue soziale und wirtschaftliche Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus.

Die belgische Regierung macht dafür im Laufe des Jahres 2020 8 bis 10 Mia. € frei. Und, wie Premierministerin Sophie Wilmès (MR) am Freitag bekannt gab, erhalten die Betroffenen in dieser Krise bei Kurzarbeit 70 % ihres normalen Gehalts und nicht nur 65 % wie eigentlich in solchen Fällen vorgesehen ist. Diese Maßnahmen, so Arbeitsministerin Muylle, könnten 3 bis 4 Monate wirksam sein und seien auf ein maximales Einkommen von 2.754,76 € berechnet. 

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