Brussels Airport

Luftfracht in Coronazeiten: "Die Lieferketten müssen aufrecht erhalten bleiben"

Die Häfen von Antwerpen und Zeebrügge bleiben offen und sind voll funktionsfähig. Beide Häfen sind innerhalb der belgischen Notfallplanung als „systemrelevant“ und als „wesentliche nationale Infrastruktur“ eingestuft worden. Hier wird also alles daran gesetzt, die Lieferketten für Lebensmittel und andere dringend notwendige Waren und Güter aufrecht zu halten und nicht zu unterbrechen. Das sieht die Politik so auch in der Frage von eventuellen Grenzschließungen im LKW-Verkehr. Doch wie sieht das bei den Frachtflughäfen in Belgien aus?

Wie wichtig auch in diesen Coronazeiten die Frachtflughäfen sind, zeigt sich ganz deutlich am Lütticher Regional- und Cargoflughafen in Bierset, wo in den vergangenen Tagen mehrmals Lieferungen mit medizinischem Material und Mundschutzmasken aus China angekommen sind (siehe nebenstehenden Beitrag). Das sieht auch Air Cargo Belgium so, der Dachverband der Luftfrachtunternehmen am Brüsseler Frachtflughafen Brucargo in Zaventem.

„Um zu vermeiden, dass ein Mangel an lebensnotwendigen Mitteln entstehen kann, darf es zeitlich begrenzt nicht länger zu Einschränkungen bei der Zahl der Nachtflüge geben“, so Geert Keirens, der CEO von Air Cargo Belgium gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws.

Durch die Tatsache, dass am Brussels Airport massiv Passagierflüge gestrichen werden, fällt auch ein enormes Volumen an Kapazitäten für Luftfracht weg, denn nicht selten transportieren diese Maschinen neben Reisenden auch Güter und Waren.

Vor einer dadurch möglicherweise entstehenden Versorgungslücke warnt ACB-CEO Kereins: „Heute müssen wir das vor allem mit Vollfrachtflügen und mit Expressmaschinen übernehmen, doch das reicht nicht aus, um alle lebensnotwendigen Mittel, wie z.B. medizinische und pharmazeutische Produkte, Lebensmittel und Schutzmaterial hierher zu schaffen.“

Air Cargo Belgium bittet die Behörden in Bund und Ländern in Belgien darum, für die Dauer von 30 Tagen mehr Frachtflüge vor allem auch nachts zuzulassen, die Lärmnormen teilweise zu lockern, damit unter Umständen auch lautere Flugzeuge in Brüssel landen und starten können und darauf zu verzichten, dass der Luftcargoverkehr an Wochenenden noch mehr eingeschränkt ist.

Beispiel Niederlande

Geert Keirens führt als Beispiel die Niederlande an, wo gerade mehr Frachtflüge zugelassen werden, eben weil weniger Passagierflüge unterwegs sind. Air Cargo Belgium bittet deshalb die belgische Bundes-, die flämische Landes- und die Brüsseler Regionalregierung darum, sich mit dieser Frage schnellstens zu beschäftigen. Neben Lüttich/Bierset und Brucargo wird auch an den Regionalflughäfen von Ostende und Antwerpen/Deurne abgefertigt.