Covid-19 legt wichtige Bauprojekte für die Verkehrsinfrastruktur in Flandern still

Die flämische Landesagentur für Straßen und Verkehr muss einige wichtige Infrastrukturprojekte und Baustellen zeitweise stilllegen. Aufgrund der Coronakrise können die hier aktiven Bauunternehmen ihren Aufgaben kaum oder gar nicht nachkommen. Dies betrifft auch die Bauarbeiten zur sogenannten „Oosterweel-Verbindung“, die den Verkehr rund um die flämische Hafenmetropole Antwerpen weiträumig in den Griff bekommen soll.

Die „Oosterweel-Verbindung“ sollte eigentlich im Laufe der kommenden Wochen und Monate die größte Infrastruktur- und Verkehrsbaustelle Europas werden, doch daraus wird erst einmal nichts, denn mindestens bis Anfang April herrscht hier Ruhe. Diese Verbindung hat zum Ziel, den Antwerpener Ring zu schließen und zwar u.a. mit einem neuen Verkehrstunnel unter der Schelde hindurch, der das linke Schelde-Ufer an den bereits bestehenden Ring auf Höhe des Autobahnkreuzes am Sportpalast anschließen soll. Dort erhält der Ring auch Anschluss zur E34 Richtung Knokke und zur E17 Richtung Gent.

Die entsprechenden Bauarbeiten laufen seit einiger Zeit. Autofahrer, die durch den Kennedy-Tunnel fahren, wissen dies, denn sie müssen hier durch schmalere Fahrstreifen mit Geschwindigkeits-Beschränkungen hindurch, entlang von Abraumbergen aus Sand. Projektleiter ist die Lantis-Gruppe, die gemeinsam mit zahlreichen Unternehmen bereits an den Autobahnkreuzen „Antwerpen-West“ und „Sint-Anna-Linkeroever“ den Tunnelanschluss in Angriff genommen haben.

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Doch in den letzten Tagen wurden die meisten Arbeiten beendet und am rechten Schelde-Ufer werden sie erst mit Verspätung anlaufen können. Grund dafür sind die Corona-Maßnahmen der belgischen Bundesregierung. „1,5 Meter Abstand voneinander halten“ heißt die Maxime, doch wie sollen die Arbeiter zu ihren Baustellen pendeln? In kleinen Minibussen mit 8 Mann an Bord, geht das zur Zeit nicht und bei vielen bestimmten Arbeitsvorgängen müssen die Kollegen eng nebeneinander und miteinander arbeiten. Und die überall strenger werdenden Grenzkontrollen und Grenzschließungen haben zur Folge, dass zahlreiche Bauarbeiter aus Osteuropa aus Vorsicht in Richtung Heimat abgezogen sind, weil sie befürchten, dass sie sonst monatelang nicht mehr nach Hause reisen können.

Dieser Zustand kostet alle Beteiligten - Bauunternehmen, die flämische Landesregierung, den belgischen Staat, die Investoren um nur einige zu nennen - direkt sehr viel Geld. Indirekt werden weitere Kosten folgen… Und darauf beschränkt sich die Situation nicht, denn außer an der „Oosterweel-Verbindung“ stehen auch anderswo Straßenbaustellen aus dem gleichen Grund still.

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Das betrifft im Besonderen zwei Brückenbaustellen an Viadukten, die unbedingt renoviert werden müssen: Der Viadukt von Wilsele (Flämisch-Brabant) an der E314 und der Viadukt von Gentbrügge (Ostflandern) an der E17. Die Baustelle von Wilsele ist zudem mit Bauarbeiten für die Schaffung eines weiteren Fahrstreifens zwischen Löwen und Aarschot (Flämisch-Brabant) eng verbunden.

Weitere Baustellen, die sich entlang dem Ring von Gent (R4) und der E40 befinden, sind ebenfalls betroffen. Aber, die Kontrollen zum Zustand von älteren Brückenbauwerken an den verschiedenen Autobahnen in Flandern gehen unvermindert weiter, denn hier können die beteiligten Arbeiter und Ingenieure ausreichend Abstand voneinander halten…