Andreas Kockartz/VRT

Die Coronakrise hat Auswirkungen auf die Zeitungsverlage - Auch die einzige deutschsprachige Tageszeitung Belgiens ist betroffen

Mehrere Zeitungsverlage in Belgien schicken aufgrund der Coronakrise Teile ihrer Redaktionen in Kurzarbeit. Darunter ist auch das GrenzEcho, die einzige deutschsprachige Tageszeitung in Belgien. Diese ostbelgische Zeitung gehört zur Verlagsgruppe Rossel und muss, wie andere Mediengruppen auch, derzeit mit einem Wegbrechen der Werbeeinnahmen fertig werden. 

Zu den betroffenen Verlagen gehören Rossel (u.a. GrenzEcho aus Ostbelgien, La Meuse und Le Soir aus der Wallonie und Brüssel oder auch la Voix De Nord in Frankreich), IPM (La Libre, la DH, Paris-Match Belgique) und Mediafin (De Tijd, L’Echo). In Flandern sind unter anderem DPG Media (Het Laatste Nieuws, De Morgen, VTM) und Roularta (Knack, Trends,...) betroffen. Das GrenzEcho wird seit diesem Montag mit einer verkleinerten Redaktion produziert.

Aufgrund der fehlenden Werbeeinnahmen durch die massiven Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens durch die Corona-Maßnahmen der belgischen Bundesregierung sieht sich auch das GrenzEcho gezwungen, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um den Fortbestand der Zeitung nicht zu gefährden. Das bringt mit sich, dass die zum Verlag gehörenden Werbezeitungen „Wochenspiegel“ (nördliches Ostbegien) und „KurierJournal“(südliches Ostbelgien) derzeit nicht mehr erscheinen können. Gerade diese wöchentlich erscheinenden und kostenlos in allen Haushalten verteilten Blätter trugen wesentlich zu den Einnahmen des GrenzEcho-Verlages bei, wie das Blatt dazu meldet.

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Derzeit weiß auch niemand, wie lange die Coronakrise dauern wird. Die Regierungsmaßahmen, die das öffentliche Leben in Belgien weitestgehend einschränken, sollen bisher bis zum 3. April gelten, doch es besteht durchaus die Möglichkeit, dass diese weiter verlängert werden. Das GrenzEcho wird demnach mit einer deutlich kleineren Redaktion zusammengestellt und wird auch weiter jeden Tag erscheinen. Weil auch die Nachrichtenagenturen (das GrenzEcho arbeitet mit u.a. Belga, dpa, AFP oder auch sid) weniger Informationen anbieten und weil Sport- und Kulturveranstaltungen überall abgesagt werden, brechen dem Blatt auch die Themen weg.

Das GrenzEcho wird nach eigenen Angaben trotzdem weiterhin seinen Lesern eine vollwertige Tageszeitung und ein vollständiges  Onlineangebot anbieten, die neben allen Informationen über die Corona-Pandemie und anderen wichtigen Information auch Reportagen und Unterhaltung enthalten. Die gedruckte Ausgabe wird selbst im Notfall mindestens 16 Seiten umfassen, so die GE-Redaktion. Der Rossel-Verlag, zu dem das GrenzEcho gehört, hat seine Journalisten dazu aufgefordert, 7,5 % ihres Gehalts an Mitarbeiter in Kurzarbeit abzutreten. 

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