BELGA/DOPPAGNE

Flämische Jugendrichter schlagen Alarm

Die flämischen Jugendrichter schlagen Alarm. Sie sagen, dass junge Menschen, die in schwierigen häuslichen Situationen aufwachsen, jetzt besonders verletzlich sind und von der Coronakrise sehr hart getroffen werden.

Viele Beratungen fallen weg, die Plätze in den Jugendeinrichtungen werden knapper, und die jungen Menschen sitzen deshalb oft nur noch zu Hause herum, auch wenn es dort nicht immer sicher ist.

Patty T'Jonck vom Jugendgericht betonte in der VRT hierzu: „Viele junge Leute haben keinen Platz in den Jugendeinrichtungen und die Begleitung zu Hause fehlt derzeit. Sie werden ein Stück weit ihrem Schicksal überlassen. Sie treffen sich dann auf der Straße und bilden Gruppen, hängen dort herum und bespucken sogar die Polizei, die sie kontrolliert und rügt. Das ist ein Problem, mit dem wir gerade konfrontiert werden und das wir derzeit kaum lösen können, weil wir nicht wissen, wohin wir gemeinsam  mit diesen Leuten gehen können.“

Für einige Kinder und Jugendliche sei die Situation dramatisch, sagen mehrere flämische Jugendrichter. Und sie machen sich Sorgen um die kommenden Wochen.

Jugendrichterin Mieke Dossche erzählte in der VRT: “ Wir rechnen damit, dass die Probleme mit Kindern zu Hause zunehmen werden. Ja eine Zunahme auch der innerfamiliären Gewalt, denn Sie sind eingesperrt, Sie dürfen nichts machen.“

„Und seien Sie einmal mit einer sechsköpfigen Familie in zwei bis drei Räumen eingesperrt! Wer kann das bewältigen? Vor allem keine Leute, die es zu Hause nicht so leicht haben. Und ich meine finanziell und in allen möglichen Bereichen. Das macht uns Sorgen“, mahnt die Jugendrichterin.

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