Die Lebensmittelbanken und Tafeln in Belgien suchen dringend freiwillige Helfer

Inzwischen sind auch die Lebensmittelbanken in Belgien vom Coronavirus heimgesucht worden. Jetzt, wo noch mehr Haushalte auf diese Unterstützung angewiesen sind, müssen vielerorts diese Einrichtungen schließen. Der Grund? Die meisten Ehrenamtlichen, die dort tätig sind, sind Rentner, die zur potentiellen Risikogruppe in Sachen Covid-19 zählen. Für diese Leute ist ein zu direkter Kontakt zu anderen Mitmenschen einfach zu gefährlich. Jetzt rufen die Lebensmittelbanken dazu auf, sich bitte bei ihnen zu melden, um zu helfen.

Doch das Problem der Lebensmittelbanken ist nicht nur auf die Unterstützung von Freiwilligen und Ehrenamtlichen zurückzuführen. Viele Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte haben kaum noch überschüssige Waren für die Tafeln, da die Hamsterer quasi alles wegkaufen. Auf frische Ware, wie Gemüse, Obst oder Früchte kann kaum noch zurückgegriffen werden. Also versuchen die Lebensmittelbanken Lebensmittelpakete für die Bedürftigen aus anderen Produktpaletten zusammenzustellen, in der Hoffnung, diese in Sachen Nährstoffe ausgeglichen aufstellen zu können.

In Antwerpen haben sich bei den Tafeln in den letzten Tagen Beschäftigte, die durch Corona in Kurzarbeit stehen, gemeldet und auch Studierende aus Unis und Hochschulen (Foto unten). Ward Degeyter, ein Ehrenamtlicher der Tafel im Antwerpener Distrikt Wilrijk deutete gegenüber VRT NWS an, dass auch die Stadt Antwerpen hier hilft: „Ab heute (Mittwoch (Red.)) können wir wieder trockene Lebensmittel anbieten, dank einer Lieferung der Stadt.“  Etwas Nachschub an Lebensmitteln kam aber auch aus Geschäften, Restaurants oder Snackbars und Cafés, die schließen mussten und ihre Bestände spendeten.

Die Tafeln in Belgien brauchen auf drei Ebenen Unterstützung: Lebensmittel (auch Frischware), freiwillige Helfer und auch finanzielle Unterstützung, um durch Hamsterkäufe nicht mehr gespendete Lebensmittel eventuell auch selbst ankaufen zu können. Die Verteilung der Lebensmittel in den hiesigen Tafel erfolgt gemäß den Abstandsregelungen der Bundesregierung. Die Pakete werden den Bedürftigen durch ein Fenster oder durch Luken in den Gebäuden gereicht und diese warten in gebührendem Abstand vor den Ausgabestellen. 

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