Flanderns Arbeitgeber gehen von einem wirtschaftlichen Schaden durch Covid-19 von bis zu 40 Mia. € aus

Der flämische Arbeitgeberverband VOKA macht sich große Sorgen bezüglich des enormen wirtschaftlichen Schadens, den das Coronavirus und die dazu in Belgien erlassenen Maßnahmen mit sich bringen wird. VOKA schätzt, der die Verluste schon jetzt alleine im belgischen Bundesland Flandern mit rund 40 Mia. € zu Buche schlagen.

VOKA hat in den vergangenen Tagen zahlreiche Verbandsmitglieder zu ihren Verlusten und Problemen im Folge der Beschränkungen durch Corona befragt. Dabei kam heraus, dass der wirtschaftliche Schaden im Bundesland bereits enorm hoch ist. Innerhalb einer Woche nahm der Schaden um weitere 25 % zu.

Ein VOKA-Sprecher teilte mit, dass die Wirtschaft in Flandern Alarm schlägt: „Wir gehen von einer Rezession in Höhe von 7 % aus, wenn die Coronamaßnahmen bis Ende April verlängert werden. Das Risiko dieser Krise läuft darauf hinaus, dass der Schaden dreimal höher liegen könnte, als bei der Finanzkrise 2008-2009.“ Der flämische Arbeitgeberverband bedankt sich für die Umfangreichen Maßnahmen zum Schutz der Wirtschaft in diesen schweren Zeiten (z.B. die Erleichterung der Kurzarbeit), empfiehlt jedoch drei weitere Maßnahmen:

Ein Bonus für Beschäftigte, die nicht von zu Hause aus arbeiten können, einen garantierten Monatslohn für alle, die jetzt im Zuge dieser Krise krank werden (nicht notwendiger Weise durch Covid-19) und die Möglichkeit für Arbeitnehmer in zeitweiliger Kurzarbeit, einen Zweitjob zu übernehmen (z.B. im Lebensmittelhandel, im Vertrieb oder als Erntehelfer in der Landwirtschaft).

Wie sieht die Lage auf belgischer Bundesebene aus?

Auf belgischer Bundesebene rechnet sich das nach Angaben des belgischen Unternehmerverbandes VBO auf einen wöchentlichen Verlust von etwa 2,4 Mia., bzw. 0,55 % des Bruttoinlandsproduktes hoch. Falls die aktuelle Situation sechs Wochen dauern wird, werde sich der wirtschaftliche Gesamtschaden auf 14,5 Mia. € belaufen, bzw. auf 3,3 % des BIP.

Dies könne Belgien verkraften, so der Verband. Sollte die Krise aber länger dauern, sind die Folgen allerdings schwerer zu verkraften. Die stärksten Rückschläge haben laut VBO die Bauwirtschaft, die Gastronomie, die Luftfahrt sowie der Veranstaltungs- und Kultursektor zu verkraften.  Hier unterscheiden sich also die Berechnungen und die Ansichten deutlich von denen auf flämischer Landesebene.