Hat sich der Sturm gelegt? In den Supermärkten normalisiert sich die Lage

Der belgische Einzelhandelsverband Comeos meldet, dass sich die Lage in den Supermärkten langsam wieder normalisiert, nach dem es tagelang zu Hamsterkäufen gekommen war. Zeitweise lag der Umsatz in einzelnen Märkten rund dreimal so hoch, wie an normalen Tagen. Offenbar pendelt sich das jetzt wieder ein. Auch die Regale in den belgischen Märkten bieten wieder fast alles, wie sonst auch.

Den ersten Höhepunkt erlebten die belgischen Warenhäuser und Supermärkte am Donnerstag, den 12. März, als Hamsterkäufe für Um- und Absätze sorgten, die bei bis zu 275 % des normalen Verkaufs lagen, wie Comeos andeutete. Und dies, obschon die Regierung und der Sicherheitsrat in Brüssel erst am Abend mitteilte, dass aufgrund des Corona-Notfallplans um Mitternacht die Gastronomie ihre Lokale schließen musste. Am darauffolgenden Freitag war der Run auf die Regale ähnlich hoch, wie am Tag davor.

Als dann Regierung und Sicherheitsrat am Dienstag, den 17. März Land und Leuten strengere Maßnahmen gegen wie weitere Verbreitung von Covid-19 auferlegte, gingen die Hamsterkäufe wieder los und brachten Umsätze in Höhe von 200 % eines normalen Tages. In den Tagen danach sanken die Umsätze langsam, doch in den Märkten brummte es rund eine Woche lang deutlicher als normalerweise.

Doch seit etwa dem vergangenen Samstag pendeln sich die Kundenzahlen und die Absätze in den Märkten wieder mehr oder weniger auf Normalzustand ein, so Comeos. Und, die Kunden halten sich sehr genau an die Vorschriften, bzw. an die verordneten Abstandsregelungen. Comeos geht davon aus, dass sich die Lage in den kommenden Tagen weiter normalisiert. Durch die Tatsache, dass sich weniger Kunden gleichzeitig in den Warenhäusern aufhalten dürfen, bleibt dem Personal auch mehr Zeit, regelmäßiger die Regale aufzufüllen. Laut einhelliger Ansicht der hiesigen Discounter Aldi, Lidl und Colruyt „legt sich der Sturm“ gerade wieder.

Allerdings ist auch in diesem Bereich nicht alles Gold was glänzt. Zwischen den Gewerkschaften, den Arbeitgebern und der belgischen Bundesregierung ist es zum Streit bezüglich verlängerter Öffnungszeiten im Lebensmittelhandel bzw. in den Supermärkten gekommen. Die Regierung ermöglicht dem Handel, die Märkte bis 22 Uhr am Abend geöffnet zu lassen, damit die Kunden mehr Spielraum haben, um ihre Einkäufe im Rahmen der Coronavorschriften zu machen.

Die Gewerkschaften kritisieren, dass diese Maßnahme ohne vorherigen Dialog ergriffen worden sei und dass man dies aus dem Staatsblatt und aus den Medien erfahren musste. Man solle die Geschäfte im Rahmen der wieder sinkenden Kundenzahlen eher etwas früher schließen, um den dort beschäftigten Arbeitnehmern endlich mal Zeit zum Erholen zu gewähren. Von Seiten der Regierung versteht man die Aufregung nicht. Diese Entscheidung sei keine Verpflichtung und diene lediglich der Versorgung der Bevölkerung in diesen Krisenzeiten.

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