Flanderns MP Jambon ruft die Privatwirtschaft dazu auf, „rasch die Leute wieder arbeiten zu lassen“

Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA - Foto) hat die Privatwirtschaft dazu aufgerufen, „ihre Verantwortung zu übernehmen“ und auch während dieser Coronakrise die Beschäftigten „nicht unnötig lange“ in Kurzarbeit zu belassen: „Der Einsatz sollte dahin gehen, die Leute rasch wieder arbeiten zu lassen!“ In Landesparlament kündigte Jambon Schritte an, die sich mit einem dahingehenden Handeln beschäftigen werden.

Inzwischen sind belgienweit mehr als 1 Million Arbeitnehmer in Kurzarbeit oder technischer Arbeitslosigkeit, die dies in unserem Land genannt wird. Diese Zahl wird sich mit Sicherheit noch erhöhen, doch dies ist nicht wirklich im Sinne von Landeschef Jambon. Man solle die Leute eher arbeiten lassen und dabei weitgehend auf "social distancing" oder auf "physical distancing", wie er es wohl lieber nennt, setzen.

Es zeugt heute auch von Bürgerschaft, dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft weiter dreht!“

Flanderns Landeschef Jan Jambon

Jambon führte im Landesparlament dabei die Bauwirtschaft an: „Ich bin nicht der Ansicht, dass es im Bausektor keine Jobs gibt, bei denen man die Abstandsregeln nicht einhalten kann, doch mit meinem Wissen vom Bau glaube ich, dass er größte Teil dieser Jobs das sehr wohl schafft.“ Jambon ist auch nicht der Ansicht, dass dies bei den Reinigungsdienstleistern unmöglich sein soll: „Ich glaube, dass heute in einigen Sektoren nach Möglichkeiten der technischen Arbeitslosigkeit gesucht wird. Es zeugt heute auch von Bürgerschaft, dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft weiter dreht! Wir müssen heute aufpassen, dass wir nicht das Nichtarbeiten stimulieren, sondern das Arbeiten.“

Wir müssen heute aufpassen, dass wir nicht das Nichtarbeiten stimulieren, sondern das Arbeiten.“

Flanderns Landeschef Jan Jambon

„Leute, die jetzt wirklich nicht arbeiten können, müssen natürlich vergütet werden, doch auf Leute, die allzu gerne einfach auf Systeme für Menschen zurückgreifen, die nicht arbeiten können, sollten wir aufpassen. Wir müssen heute aufpassen, dass wir nicht das Nichtarbeiten stimulieren, sondern das Arbeiten", so Jambon.

Gewinner und Verlierer in der Wirtschaft: 3 Beispiele

Inzwischen spürt die Wirtschaft den durch Covid-19 entstehenden Schaden immer deutlicher. An den Tankstellen werden deutlich weniger Autos beobachtet und die Betreiber bleiben auf ihrem sogenannten „Winterbenzin“ sitzen, auch wenn die Preise für Kraftstoffe gerade fallen.

Und Reifenhändler, die ihre Betriebe schließen mussten, warnen davor, dass die Autos zu lange mit Winterreifen unterwegs seien. Dies sei auf Dauer im Sommer nicht ganz ungefährlich.  

Auf der Gewinnerseite sind allerdings gerade die Puzzlehersteller. In der vergangenen Woche der der Verkauf von Puzzles und anderen Gesellschaftsspielen um über 430 % gestiegen und davon profitiert auch und gerade der Onlinehandel. Inzwischen sind auch viele lokale Buch- und Spielwarenläden auf den Onlineverkauf umgestiegen. 

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