Belgien akzeptiert vorläufig keine Covid-19-Patienten aus dem Ausland

Die belgische Bundesregierung ist derzeit nicht dazu bereit, Coronapatienten aus dem Ausland zu übernehmen und zu behandeln. Laut einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd hat das Kabinett von Premierministerin Sophie Wilmès (MR) mitgeteilt, entsprechende Anträge abgelehnt zu haben.

In Belgien werden keine Corona-Patienten aus dem Ausland in den Krankenhäusern aufgenommen. Anträge aus den Niederlanden aus Italien zur Übernahme von Patienten wurden abgelehnt, wie De Tijd aus Regierungskreisen erfuhr. Das Regierungskabinett bestätigt dies auch offiziell gegenüber dem Blatt.

Immer mehr europäische Länder und Regionen stoßen durch das Coronavirus an die Grenzen ihrer Gesundheitssysteme. Doch Belgien folgt dem Aufruf aus der EU derzeit nicht, ausländische Covid-19-Patienten aufzunehmen, auch denn der Ruf nach europäischer Solidarität immer lauter wird.

Deutschland übernimmt z.B. eine begrenzte Anzahl italienischer Corona-Patienten, um überfüllte Kliniken dort zu entlasten. Frankreich, wo insbesondere das Elsass schwer getroffen ist, erhält Hilfe aus Deutschland, der Schweiz und aus Luxemburg. Diese Länder übernehmen Patienten von dort.

Vorläufig ist unser Land nicht dazu bereit, Patienten aus anderen europäischen Ländern zu helfen. „Wir haben Anfragen aus Italien und den Niederlanden erhalten, aber solange wir noch nicht auf dem Höhepunkt der Infektionswelle in unserem Land sind, sind unsere Krankenhaus- und Intensivbetten für Belgier reserviert“, erklärte das Kabinett der Premierministerin.

Falls unser Land den Höhepunkt der Corona-Pandemie schneller überwinden könne,  als andere EU-Länder, sei es aber durchaus möglich, auch Patienten aus dem Ausland aufzunehmen, hieß es abschließend dazu. 

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