Das AKW Doel bei Antwerpen
imago/Jochen Tack

Belgiens Stromversorgung ist auch mit wenig Atomenergie gesichert

Trotz eingeschränkter Verfügbarkeit der Kernkraftwerke im Land, ist die Versorgungssicherheit in Belgien nach Angaben des Stromnetzbetreibers Elia gewährleistet. Ein Grund dafür ist auch der rückläufige Stromverbrauch infolge der von der belgischen Bundesregierung verhängten Maßnahmen mit weitgehender Ausgangssperre im Rahmen der Coronakrise. 

Vier der sieben Atommeiler in Belgien sind zurzeit am Netz und produzieren Strom. Diese Reaktoren haben insgesamt eine Nettoleistung von 4.037 Mw. Die Reaktoren Doel 1, Doel 2 im gleichnamigen Kernkraftwerk bei Antwerpen und Tihange 1 bei Huy in der Nähe von Lüttich sind derzeit wegen Reparatur- und Unterhaltsarbeiten nicht am Netz.

Doch dadurch ist die Versorgungssicherheit mit Elektrizität in Belgien in keiner Weise gefährdet, hieß es von Seiten des Netzbetreibers Elia. Belgien hatte im Herbst 2018 allerdings noch erhebliche Versorgungsprobleme, als nur einer der insgesamt sieben Reaktoren zur Verfügung stand.

Negative Strompreise durch erneuerbare Energiequellen

Belgien erzielt rund 50 % seines Strombedarfs über die Atomkraft. 28 % der Energie wird aus Erdgas gewonnen und 17 % kommen aus erneuerbaren Energiequellen, wie Windenergie aus Anlagen im Inland und aus Offshore-Anlagen vor der Nordseeküste, sowie aus Solaranlagen und aus Wasserkraft.

Strom ist also demnach gerade mehr als genug vorhanden, denn Elia gab bekannt, dass es zeitweise in Belgien sogar negative Preise für Elektrizität gibt, weil das sonnige aber stürmische Wetter für eine hohe Menge an Sonnen- und Windstrom sorgt.

Inzwischen sinkt der Energieverbrauch im Land weiter

Der durchschnittliche Elektrizitätsverbrauch in Belgien liegt momentan 16 % unter dem Verbrauch der ersten März-Woche, als noch keine staatlichen Coronamaßnahmen galten. Zu bestimmten Tageszeiten, so Netzbetreiber Elia, sank der Verbrauch in der Woche danach sogar um bis zu 25 %. Seit dem 17. März, nach dem die Maßnahmen weiter verschärft wurden, wurde der Effekt deutlicher fühlbar.

Viele Großverbraucher, wie die Industrie, die Betriebe und Produktionsstandorte schließen oder die Produktion drosseln musste, sorgen für diese Entwicklung. Die Privathaushalte hingegen verbrauchen derzeit eher mehr Strom. Im Allgemeinen sind die Preise für Strom am Markt derzeit im Keller.  

(Quellen: Belga, energate)