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Überblick: Diese Corona-Maßnahmen gelten in Belgien, Flandern, Wallonien und Brüssel bis zum 19. April

Der Nationale Sicherheitsrat hat die verschärften Corona-Maßnahmen von Mittwoch, 18. März, um zwei Wochen bis Sonntag, 19. April verlängert. Falls erforderlich, werden die Maßnahmen bis zum 3. Mai gelten. "Jeder sollte so viel wie möglich zu Hause bleiben." In Belgien wurden zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus ergriffen. Maßnahmen auf föderaler Ebene, die für das ganze Land Gültigkeit haben, aber auch Maßnahmen auf flämischer, wallonischer und Brüsseler Ebene. Finden Sie hier eine Übersicht der Maßnahmen!

Die wichtigste Grundregel in ganz Belgien ist einfach: Bleiben Sie so viel wie möglich zu Hause und vermeiden Sie so viele Kontakte wie möglich. Außerdem waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände mit Wasser und Seife. Müssen Sie husten oder niesen, dann bitte in ein Papiertaschentuch, das sie danach wegwerfen! Haben Sie kein Taschentuch bei der Hand, dann Nase und Mund bedecken und danach natürlich Hände waschen! Wer sich krank fühlt, bleibt besser zu Hause und ruft seinen Hausarzt an. Hier finden Sie ausführliche Informationen auf Deutsch!

Bitte unter dem Foto weiterlesen!

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Landesweite Maßnahmen

Sich draußen bewegen

  • Wesentliche Gänge draußen sind erlaubt: der Gang zur Arbeit, zu Lebensmittelgeschäften, zum Arzt, zur Bank, zur Post, zum Apotheker, zum Tanken oder zur Unterstützung hilfsbedürftiger Personen. Alle anderen nicht wesentlichen Gänge sind verboten.
  • Gemeinsames Wandern, Radfahren oder Spazierengehen im Freien ist nur mit Familienmitgliedern, die unter einem Dach wohnen oder einem Freund oder einer Freundin erlaubt. Es ist jedoch wichtig, dass hier der notwendige Abstand (von 1,5 Metern zwischen den Personen) eingehalten wird. Ebenfalls wichtig: Sie dürfen nicht mit dem Auto zu einem Ort fahren, um dort spazieren zu gehen.
  • Jegliche Versammlungen sind verboten   

Öffentliche Verkehrsmittel

  • Der öffentliche Verkehr läuft weiter, aber auch hier gelten die Regeln des sozialen Abstands: Der öffentliche Verkehr ist so organisiert, dass die Fahrgäste 1,5 Meter voneinander entfernt sitzen können. Allerdings gibt es jetzt einen "Zugdienst von nationalem Interesse" (was bedeutet, dass zu bestimmten Zeiten viel weniger Züge fahren).

Einkaufen, Geschäfte

  • Nicht notwendige Geschäfte und Verkaufsstellen sind geschlossen.
  • Die Lebensmittelgeschäfte bleiben geöffnet. In Supermärkten ist der Zugang jedoch auf einen Kunden pro zehn Quadratmeter beschränkt, ein Kunde darf sich auch maximal 30 Minuten im Geschäft aufhalten.
  • Auch Apotheken, Tiernahrungsgeschäfte und Zeitungsläden bleiben geöffnet.
  • Nachtläden dürfen bis 22 Uhr geöffnet bleiben.
  • Die Friseurläden sind (inzwischen) geschlossen.
  • Märkte sind verboten, nur Lebensmittelstände dürfen bleiben, wenn sie wirklich unentbehrlich sind.

Cafés und Gaststätten, Hotels

  • Alle Cafés und Restaurants bleiben geschlossen, und auch die Terrassenmöbel müssen sich im Inneren befinden.
  • Hotels bleiben geöffnet, bieten aber keinen Zugang zu Bars, Restaurants, Gemeinschaftsräumen und Freizeitanlagen. Versammlungsräume sind geschlossen. Room-service ist erlaubt mit Einhaltung der Regeln des sozialen Abstandes.

Arbeiten

  • Die Telearbeit ist die Norm. Unternehmen sind verpflichtet, so viel Telearbeit wie möglich zu organisieren.
  • Unternehmen, die diese Regeln nicht garantieren können, müssen den sozialen Abstand respektieren. Wenn dies nicht erfolgt, riskieren die Unternehmen eine hohe Geldstrafe oder sogar die Schließung.
  • Eine Ausnahme gilt nur für bestimmte entscheidende Sektoren und wesentliche Dienstleistungen, aber auch hier gelten die Regeln des "sozialen Abstands" so weit wie möglich.

Schulen und andere Bildungseinrichtungen

 (siehe auch im Detail Maßnahmen für Schulen)  

  • Unterricht und schulische Aktivitäten (Vorschule, Primarschule, Sekundarschule) werden ausgesetzt. Die Schulen an sich sind aber nicht geschlossen, weil die Schulen die Kinder von Eltern betreuen, die im medizinischen und gesundheitlichen Bereich arbeiten oder für die öffentliche Sicherheit verantwortlich sind. Außerdem gewährleisten sie die Betreuung von Kindern, deren Eltern, keine andere Möglichkeit haben, als sie durch die Großeltern betreuen zu lassen.
  • Nur schulinternes Personal darf diese Betreuung gewährleisten.
  • Die Schulen werden aufgefordert, die Hygienemaßnahmen noch zu verstärken (Möglichkeit zum regelmäßigen Händewaschen, Säuberung des Schulmobiliars, regelmäßiges Lüften der Schulräume, ...).
  • Schulkantinen dürfen offen bleiben.

Universitäten und Hochschulen

  • Universitäten und Hochschulen wird angeraten, soweit wie möglich auf Fernunterricht zurückzugreifen.

Abendschulen und Weiterbildungseinrichtungen

  • Abendschulen und Weiterbildungseinrichtungen müssen ebenfalls auf Fernunterricht zurückgreifen.

Förderschulen und Internate

  • Förderschulen und Internate bleiben geöffnet, erteilen aber keinen Unterricht.

Schulen für Sicherheitsberufe

  • Feuerwehrschulen, Polizeischulen und Sicherheitsschulen erteilen weiterhin die Grundausbildung. Es wird angeraten, auf Fernunterricht zurückzugreifen. Ist dies nicht möglich, dürfen die Unterrichte in den Schulen stattfinden. Social Distancing und Hygienemaßnahmen sind einzuhalten. Es muss darauf geachtet werden, Klassen nicht neu zu vermischen. 
  • Fortbildungen liegen im Ermessen des Schulträgers.

Die Regierung hat die Maßnahmen bis zum 19. April (Ende der Osterferien) verlängert, schließt aber eine weitere Verlängerung um zwei Wochen nicht aus. "First things first", sagte Premierministerin Sophie Wilmès: Zuerst die Gesundheitskrise unter Kontrolle bringen, dann den Rest. Mit anderen Worten: Es bleibt unklar, ob der Unterricht nach den Ferien wieder aufgenommen wird.

Kinderbetreuung

Dürfen Unternehmen Initiativen zur Aufnahme der Kinder ihrer Angestellten ergreifen?

  • Bestanden solche Systeme schon vorher, dürfen sie fortgeführt werden.
  • Neue Aufnahmeinitiativen dürfen dagegen nicht ergriffen werden. Es gilt zu vermeiden, dass Kinder zusammenkommen, die vorher keinen Kontakt hatten.

Kindertagesstätten

  • Kinderkrippen bleiben offen und auch bei Tagesmüttern werden die Kleinkinder (max. 3 Jahre alt) ganz normal betreut.

Veranstaltungen und Gottesdienste

  • Alle Freizeit-, Sport-, Kultur- und Folkloreveranstaltungen wurden abgesagt.
  • Eheschließungen und Beerdigungen dürfen nur in einem begrenzten Kreis stattfinden. Die katholische Kirche hat beschlossen, dass kirchliche Eheschließungen und Taufen vorerst alle gestrichen werden.

Reisen

  • Nicht unbedingt notwendige Reisen ins Ausland sind verboten.
  • Die Flughäfen bleiben offen, aber es gibt viel weniger Flüge. 

Dienstleistungen

  • Die Antragsstelle für Asylbewerber und der Asylservice sind geschlossen.

Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen werden bestraft. Darüber hinaus werden wir in Kürze ein System zur sofortigen Einziehung von Bußgeldern einführen, hieß es im Kabinett der Permierministerin.

Zusätzliche Maßnahmen in Flandern

  • Die Pflegeheime in Flandern sind alle für Besucher geschlossen, die Servicezentren und Tageszentren sind geschlossen. Auch Wohnanlagen für Menschen mit Behinderungen und psychiatrische Einrichtungen sind für Besucher geschlossen.
  • Die über das Familienamt Kind & Gezin durchgeführten Impfungen von Kindern werden bis zum 1. April vorübergehend ausgesetzt.
  • Alle Recyclingparks sind geschlossen. Die Müllabfuhr ist nach wie vor in Betrieb.
  • Die Schalter in den Städten und Gemeinden - d.h. die Verwaltungsdienste - bleiben geöffnet.
  • Ferienlager und Jugendarbeit während der Osterferien wurden annulliert.
  • Die häusliche Pflege darf weiterhin normal erfolgen (obwohl zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden), und die Putzhilfen dürfen weiterhin kommen.
  • Betroffene Unternehmen erhalten für die ersten drei Wochen eine Stornoprämie von 4.000 Euro, danach erhalten sie 160 Euro pro Tag.
  • Wer zu Hause technisch arbeitslos ist, muss einen Monat lang keine Gas-, Wasser- und Stromrechnung bezahlen.

Wenn Sie eine detailliertere Übersicht über alle zusätzlichen Maßnahmen, die Flandern ergriffen hat, wünschen, finden Sie sie hier.

Zusätzliche Maßnahmen in Wallonien

  • Die stationären Pflegezentren in Wallonien sind alle für Besuche geschlossen. Auch psychiatrische Einrichtungen dürfen vorerst nicht besucht werden.
  • Die Impfungen von Kindern über das Office de la Naissance et l'Enface (das wallonische Pendant zu Kind & Familie) werden vorerst weitergeführt.
  • Recyclingparks sind geschlossen. Die Müllabfuhr funktioniert normal.
  • Die häusliche Pflege findet normal statt, und es können auch weiterhin Reinigungshilfen kommen.
  • Die Schalter der Städte und Gemeinden bleiben offen, obwohl die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden.
  • Betroffene Unternehmen erhalten einen Stornobonus von 5.000 Euro.
  • Während der Coronakrise werden weder Gas-, Wasser- noch Stromanschlüsse abgeschaltet. Die Bewohner dürfen auch nicht vor die Tür gesetzt werden.
  • In Wallonien ist noch keine Entscheidung über Ferienlager und Jugendarbeit während der Osterferien gefallen.

Eine Übersicht über alle zusätzlichen Maßnahmen in Wallonien finden Sie hier.

Zusätzliche Maßnahmen in Brüssel

In Brüssel sind bestimmte Recyclingparks noch immer geöffnet, obwohl es strengere Öffnungszeiten gibt. Die Müllabfuhr für Haushaltsabfälle wird wie üblich fortgesetzt.

Die Schalter in den Städten und Gemeinden bleiben offen, obwohl die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden.

Betroffene Unternehmen erhalten für die ersten drei Wochen einen Stornobonus von 4.000 Euro, danach erhalten sie 160 Euro pro Tag.

Die Hotels müssen im ersten Halbjahr 2020 keine Touristensteuer an die Region zahlen.

Genau wie in Antwerpen und Gent werden vorübergehend keine Bußgelder in den Niedrigemissionszonen ausgestellt. Dies gilt sowohl für Einwohner als auch für Personen außerhalb von Brüssel.

Allerdings werden Bußgelder ausgestellt für die Leute, die sich nicht an die Corona-Maßnahmen halten.

Eine Übersicht über alle zusätzlichen Maßnahmen in Brüssel finden Sie hier.