Trotz Prostitutionsverbot bieten Sexarbeiter(innen) weiter ihre Dienste an

Seit die Coronamaßnahmen der belgischen Bundesregierung vor 3 Wochen gelten, gilt auch ein landesweites Prostitutionsverbot, doch noch immer bieten viele Sexarbeiter(innen) ihre Dienste an und z<ar vermehrt online. Die Bordelle sind zwar geschlossen (unser Foto zeigt das Rotlichtviertel „Schipperskwartier“ in Antwerpen), das Internet jedoch nicht. Die meisten Prostituierten haben kein Recht auf irgendwelche Formen von Ersatzeinkommen und müssen trotz allem schlicht und einfach Geld verdienen. 

Seit Inkrafttreten der Coronaregeln in Belgien ist im „Schipperskwartier“ in Antwerpen oder in der Aarschotstraat am Brüsseler Nordbahnhof nichts mehr los, denn auch die Bordelle und entsprechenden Clubs mussten schließen. Und doch arbeiten viele von ihnen weiter, so Wendy Gabriëls von Violett, eine Organisation, die Sexarbeitern medizinische und soziale Unterstützung bietet, gegenüber VRT NWS: „Ihr Einkommen fällt komplett weg, also machen sie aus reiner finanzieller Notwendigkeit weiter. Sie haben kein Anrecht auf Bei- oder Sozialhilfe und sie müssen nicht selten eine Familie versorgen.“

Die Organisation Violett teilt den Frauen und Männern zwar mit, dass es in diesen Coronazeiten keine gute Idee ist, weiterzuarbeiten, doch ein gewissen Verständnis hat man dort schon. Man müsse sich allerdings auch die Frage stellen: „Wer sind die Kunden? Da liegt doch auch eine Verantwortung vor.“

Violett wendet sich inzwischen online an die Sexarbeiter(innen), die jetzt eben ihre Dienste vermehrt via Internet anbieten, um ihnen Hilfe anzubieten: „Oft handelt es sich bei ihnen um ausländische Mädchen, die die Sprache nicht gut beherrschen und die den Weg durch die Mühlen der Verwaltung nicht finden. Wir teilen ihnen mit, wo die Lebensmittelpakete bekommen können und wir versuchen herauszufinden, ob wir eine vermittelnde Rolle bei ihren Vermietern einnehmen können, damit man zumindest ihre Miete senkt oder aussetzt.“