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Coronavirus: Ein Impfstoff Anfang 2021?

Der weltweit tätige amerikanische Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson forciert einen Durchbruch im Kampf gegen Corona. Als Erstes Unternehmen hat es einen Impfstoffkandidaten ausgewählt, um den Impfstoff an Menschen zu testen. Das schreibt die Zeitung De Morgen. Die Begeisterung bleibe aber gedämpft: Selbst wenn alles gut geht, rechnet der Pharmariese erst Anfang 2021 mit dem Impfstoff.

Die Nachricht von Johnson & Johnson - wir kennen vor allem seine Tochtergesellschaft, ein belgisches pharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Beerse (Provinz Antwerpen) mit dem Namen Janssen Pharmaceutica -, weckt Hoffnung. Der Wettlauf um einen Impfstoff ist in vollem Gange und Johnson & Johnson kommt nun mit konkreten Neuigkeiten.

Spätestens im September will das Unternehmen mit der Phase 1 beginnen, das heißt mit den Tests an Personen. Bis Ende des Jahres soll dann klar sein, ob und in welchem Umfang der Impfstoff eine ausreichende Immunreaktion im Körper hervorruft.

Wie De Morgen berichtet, habe Johnson & Johnson bereits im Januar mit der Recherche begonnen, unmittelbar nachdem der Code des Virus von China bekannt gegeben wurde.

Nach Angaben des Pharmariesen sei es diesem gelungen, einen Testimpfstoff auf der Grundlage eines bestehenden Erkältungsvirus zusammenzustellen. Ein solcher Impfstoff würde dann ein körpereigenes Immunsystem schaffen. Diese Technologie wurde auch für Impfstoffe gegen HIV und Ebola eingesetzt. De Morgen zitiert den Impfstoffwissenschaftler Pierre Van Damme von der Universität Antwerpen: "Die Tests an Labortieren können nun mit dem ausgewählten Impfstoff vollständig durchgeführt werden.“

„Wenn man nach den Sommerferien an Testpersonen testen kann, werden Sie die Ergebnisse tatsächlich bis Januar sehen können. Wenn die gut sind, dann kann man mit der Produktion und mit dem Hochfahren beginnen."

Johnson & Johnson spare Zeit, da der Konzern nicht wie manche andere Labore bei Null anfangen müsse.

Noch kein Grund zur Euphorie

Pierre Van Damme warnt jedoch vor Euphorie. "Eine solche Geschichte ist immer eine Geschichte von Versuch und Irrtum. Ein solcher Impfstoff muss verschiedene Tests und Phasen durchlaufen. Glücklicherweise gibt es bereits eine Menge Erfahrung mit ähnlichen Impfstoffen gegen HIV und Ebola".

Hoffnung besteht auch darin, dass ein spezielles Covid-19-Verfahren eingeleitet wurde. Das bedeutet, dass alle beteiligten Behörden dem Verfahren absolute Priorität einräumen, was einen enormen Zeitgewinn bedeutet. "Was sonst mehr als einen Monat dauert, kann jetzt in wenigen Tagen erledigt werden", so Van Damme.

Gleichzeitig suche Johnson & Johnson weiterhin nach antiviralen Medikamenten. Das sollte das Virus bei infizierten Patienten hemmen. Zu diesem Zweck arbeitet der Konzern unter anderem mit dem Rega-Institut im flämischen Löwen zusammen.