Flanderns Landesregierung erlässt weitere Maßnahmen zum Abfedern der Coronakrise

Die flämische Landesregierung will, dass so viele Unternehmen, wie möglich, in dieser Krisenzeit weiterarbeiten. Diesen Firmen wird sie eine Prämie über 3.000 € für ihren Einsatz zahlen, denn auch diese verlieren durch die Coronakrise viel Geld. Diese Mittel fließen zusätzlich zu den 4.000 € Kompensierung für die Unternehmen, die schließen mussten. Davon sind in erster Linie mittelständische Unternehmen betroffen. „Doch“, so Landeschef Jan Jambon (N-VA – Foto), „wir können nicht alle Verluste ersetzen.“ 

Ministerpräsident Jambon eröffnete seine Pressekonferenz zu den neuen Landesmaßnahmen gegen die Coronakrise mit den geflügelten Worten des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, frage dich, was du für dein Land tun kannst.“ Er rief die Flamen dazu auf, positiv zu bleiben in diesen schweren Zeiten. Er wünscht sich, dass sich jeder im Land nach der Covid-19-Krise am „Wiederaufbau“ beteiligt.

Mit den neuen Maßnahmen will die Landesregierung der schwer gebeutelten Wirtschaft unter die Arme greifen. 3.000 € Prämie können jene Unternehmer beantragen, die zwischen Mitte März und Ende April nachweislich mindestens 60 % ihres Umsatzes im Vergleich zu 2019 eingebüßt haben. Dabei denkt die Regierung Jambon besonders an den Veranstaltungssektor, an Freiberufler, an medizinische Berufe, wie Zahnärzte, Psychologen oder andere Therapeuten.

Das betrifft aber auch die Landwirtschaft oder bestimmte Formen von Lebensmittel- oder Süßwarengeschäften, die zwar geöffnet bleiben, doch bedeutend weniger Umsatz haben, als vor der Krise. Nebenberufliche Selbständige können einen Antrag auf 1.500 € stellen. Diese Summe von 3.000 € ist, wie auch die Verlustprämie über 4.000 € (plus Tagessätze über 160 € ab dem 5. April) für Unternehmen, die im Zuge der Krise schließen mussten, eine Pauschalsumme, die sich nicht nach Größe, Umfang oder Umsatz richten.

Verschiedene Garantien für Kredite, die in diesen Tagen nicht regelmäßig oder vollständig beglichen werden können, sichert die Landesregierung mit einem „Garantiefonds“ ab. Das betrifft sowohl Großunternehmen, die daraus eine „Garantiesumme“ über 1,5 Mio. € beantragen können, aber auch kleinere Firmen, z.B. junge Start-up-Unternehmen, die ihre laufenden Kredite mit niedrigeren Zinsen in der Laufzeit verlängern können.

Und abschließen wird die flämische Landesregierung einen „Notfonds“ einrichten, in den 200 Mio. € eingespeist wird. Dieser Fonds richtet sich an den bezuschussten Sektor, wie die Kultur, den Sport, öffentlich-rechtliche Medien und auch den Jugendbereich. Diese Regelung muss allerdings noch vertiefend ausgearbeitet werden, wie es dazu hieß. Diese Regelungen kommen zu den bisher getroffenen Maßnahmen hinzu, wobei sich Regelungen von flämischer Landes- und belgischer Bundesebene her ergänzen können.