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Covid-19 in den Alten- und Pflegewohnheimen ist ein Problem: 13 Bewohner eines Wohnheims ohne Symptome infiziert

Im Seniorenwohnheim Amphora in Wingene in der Provinz Antwerpen haben sich 13 Bewohner mit dem Coronavirus angesteckt. Das Besondere an diesem Fall ist, dass zunächst keiner der Betagten Symptome für die Krankheit zeigte. Erst als drei von ihnen Anzeichen aufwiesen, habe man alle Bewohner getestet und das Ausmaß herausgefunden. Dieser Fall zeigt, dass in den Alten- und Pflegeheimen in Flandern in Sachen Covid-19 einiges im Argen liegt.  

Nachdem drei Bewohner des Wohnheims Fieber bekamen und husteten, wurden die getestet. Als sich herzausstellte, dass die drei Senioren tatsächlich positiv auf Corona getestet wurde, hatte der Koordinationsarzt des Wohnheims Amphora angeordnet, alle dort lebenden Menschen zu testen. Und siehe da, bei 13 von ihnen kam ein positiver Covid-19-Befund heraus. In der betroffenen Abteilung in diesem Wohnheim leben insgesamt 15 betagte Personen…

„Für uns war das, als wäre eine Bombe eingeschlagen. Wir stellen uns die Frage, was passiert gerade hier? Und wie können wir das in den Griff bekommen? Eigentlich laufen wir den Ereignissen hinterher. Wir wissen jetzt, wer krank ist aber wir wissen nicht, wer noch infiziert ist“, so Hans De Clerck, der Direktor von Amphora, der sich damit auch die Frage stellt, ob noch weitere Wohnbereiche in seiner Einrichtung betroffen sind.

Inzwischen sind alle Erkrankten in einem Bereich zusammengelegt worden, um sie besser pflegen und behandeln zu können und so können sich die Mitarbeiter des Pflegebereichs auch besser selbst schützen.

Doch natürlich machen sich gerade alle Mitarbeiter dieses Wohnheims große Sorgen, wie Pflegerin Suzanne Galle gegenüber VRT NWS andeutete: „Für die Mitarbeiter ist es schwierig zu wissen, wer infiziert ist und wer nicht. Wir haben gerade am eigenen Leib erfahren, dass wir das nicht nur anhand von Symptomen erkennen können. Das Personal braucht dringend Deutlichkeit!“ 

Problemfall Alten- und Pflegewohnheime

Dieser Fall in Wingene zeigt, wie groß die Sorgen im Pflegebereich in Sachen Covid-19 ist. Es mangelt an Coronatests, an Personal, an Mundschutzmasken für das vorhandene Personal und die vorliegenden Statistiken zeigen auf, dass es nicht selten Sterbefälle in diesen Einrichtungen gibt, die auf Covid-19-Infektionen der betagten Bewohner zurückzuführen sind.

Um diese Fälle zu bearbeiten, sind die Pflegepersonale eigentlich auch nicht ausgebildet. Erschwerend kommt noch hinzu, dass in den Altenheimen auch in Flandern viele ehrenamtliche Helfer und Freiwillige tätig sind, die ebenfalls nicht ausgebildet sind. In Altenheimen, die inzwischen zu Krankenhäusern geworden sind, macht man sich viele Sorgen.

Landesgesundheits- und Wohlfahrtsminister Wouter Beke (CD&V) sagte dazu am Donnerstagabend in der VRT-Sendung „Terzake“ („Zur Sache“), dass er auch in den Pflege- und Altenwohnheimen mehr Tests durchführen lassen werde. Dazu seien 20.000 Covid-19-Tests vorgesehen. Doch ob dies ausreicht, ist fraglich, denn alleine im belgischen Bundesland Flandern leben rund 80.000 Personen in solchen Einrichtungen….