BNP Paribas Fortis verzichtet dann doch auf die Auszahlung einer Dividende

Der Verwaltungsrat der Bank BNP Paribas Fortis, die zur französischen Gruppe BNP Paribas gehört, hat beschlossen, doch auf die Auszahlung einer Dividende für das Jahr 2019 zu verzichten. Das Vorhaben der Bank, trotz der Empfehlung der Europäischen Zentralbank (EZB), in diesen Coronazeiten auf einen solchen Schritt zu verzichten, eine Dividende zu gewähren, war auch in Belgien auf heftige Kritik gestoßen (siehe nebenstehenden Beitrag).

Konkret ging es um eine Forderung der französischen Großbank, nach der die belgische Filiale BNP Paribas Fortis mit 1,9 Mia. € aus ihren Gewinnen an dieser Dividende beitraten sollte. 

Dies entgegen der EZB-Empfehlung, mit diesem Geld entweder einen Puffer zum Abfedern der Krise zu schaffen oder der lokalen bzw. regionalen Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Dies sah auch die belgische Bundesregierung so, die seit der Banken-, Finanz- und Eurokrise 2008/2009 größter Aktionär bei BNP Paribas ist.

Jetzt beschloss der Verwaltungsrat von BNP Paribas Fortis in Belgien „einstimmig“, diese Dividende dann doch zurückzuziehen und dieser Beschluss in Brüssel findet auch die Zustimmung aus Paris, wie BNP Paribas Fortis-CEO Max Jadot am späten Donnerstagabend zu verstehen gab: „BNP Paribas Fortis hat eine solide finanzielle Struktur und steht im Dienste der belgischen Wirtschaft.“

Schließlich, so CEO Jadot, habe seine Bank schon jetzt im Rahmen des Unterstützungsplans in dieser Coronakrise eine Vorreiterrolle eingenommen: „Es ist evident, dass wir fest entschlossen und ausreichend kapitalisiert sind, um unsere Verantwortlichkeit als größte Bank des Landes zu übernehmen und um dafür zu sorgen, dass Unternehmen und Haushalte im Rahmen dieses Plans zusätzlicher finanzieller Raum gewährt wird.“

Das französische Mutterhaus, BNP Paribas, hat inzwischen ebenfalls darauf verzichtet, für 2019 eine Dividende auszuschütten. 

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