Gary Burchell

Corona-Ausgangsbeschränkung? Geht doch ins Museum! Zumindest virtuell…

Draußen ist schönes Wetter und in Belgien fangen die Osterferien an. Doch Covid-19 zwingt uns nach wie vor, zu Hause zu bleiben. Für manchen Kunst- und Kulturinteressierten ist eine solche Zeit eine schwere Zeit, denn inzwischen sind alle Konzerte und Theateraufführungen in Belgien abgesagt und Museen und Ausstellungen sind geschlossen. Doch auch hier bietet das Internet, wie in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen, mit seinen virtuellen Fähigkeiten Abhilfe. Viele kulturelle Einrichtungen in Belgien bieten derzeit interessante virtuelle Angebote, wie eine kleine Auswahl an Tipps zeigt. 

In Brüssel zum Beispiel bietet das Kulturzentrum BOZAR auch hinter verschlossenen Türen über die sozialen Netzwerke ein tolles Programm aus Musik, Theater, Film, Lesungen und Ausstellungen. Seit dem 25. März kann man dies alles über BOZAR-Facebook und Instagram erleben und natürlich auch über die Webseite bozar.be. Dazu gehört zum Beispiel auch eine virtuelle Führung durch die dort eigentlich gerade laufende Ausstellung zum Leben und Werk von Keith Haring mit den Kuratoren Darren Pih und Tamar Hemmes.

Brussels Museums, der Dachverband für über 100 Museen in der belgischen Hauptstadt, lädt über die Aktion #MuseumAtHome gerade ebenfalls dazu ein, sich auf virtuelle Weise auf die Suche nach spannenden Ausstellungen zu machen. Brusselsmuseums.be weist den Weg dazu über die eigene Webseite, aber auch via Twitter, Facebook oder Instagram.

In Antwerpen arbeiten zahlreiche Museen und Initiativen ebenfalls unter dem Motto #StayAtHome an virtuellen Museumsbesuchen. Dazu gehört auch das Antwerpener Fotografiemuseum FOMU, dass die gerade laufende Werkschau „Present“ des flämischen Fotografen Stefan Vanfleteren kurzerhand in „Present at home… from your seat / kitchen chair / bed / bath / at home...“ umbenannt hat. Hier werden virtuelle Rundgänge angeboten und auch einige „FOMU Instagram Stories“. Alles ist auf der Webseite fomu.be zu finden.

Ebenfalls in Antwerpen wartet die Tim Van Laere Gallery online mit den dort laufenden Ausstellungen auf. Hier sind zum einen Fotos von Werken und Ansichten von Installationen zu entdecken, aber zum anderen auch ein virtueller Besuch der Ausstellung des dänischen Künstlers Tal R. Suchen unter www.timvanlaeregallery.com/artist

Im Lütticher Kunstmuseum La Boverie kann die eigentlich schon ausgelaufene Ausstellung „Hyperrrealism Sculpture“ weiter besucht werden und zwar ebenfalls auf virtuelle Art und Weise. Veranstalter Tempora hat diese virtuelle Ausstellung konzipiert und lädt via expo-corps.be zu einem Besuch ein.

In Eupen in Ostbelgien hat sich die Galerie Fox etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Hier wurde eine Facebook-Gruppe „Repertoire“ für Künstler eingerichtet, in der sich diese in diesen Coronazeiten mit ihren Werken präsentieren können. Diese Initiative hat in nur wenigen Tagen hunderte Mitglieder angesprochen und dort sind zahllose Kunstwerke aller Stilrichtungen zu entdecken.

Auf musikalischer Ebene ist in ganz Belgien ebenfalls einiges gerade virtuell zu erleben. Unter anderem bieten der Brüsseler Rocktempel „Ancienne Belgique“, das Brüsseler Kulturzentrum Flagey im alten Rundfunkhaus, der frankophone RTBF-Sender „Musiq 3“, die Lütticher Oper und viele andere Sender, Konzertsäle und weitere Einrichtungen Konzerte und Auftritte, die entweder Aufzeichnungen sind oder die live gestreamt werden.