Sind die neuen in Belgien angekommenen Mundschutzmasken überhaupt brauchbar?

Am Lütticher Cargo-Flughafen Bierset ist am Freitag eine Ladung über 7 Millionen dringend benötigte Mundschutzmasken aus China angekommen. Doch bereits nach ersten stichprobenartigen Prüfungen der Ladung kamen Zweifel auf, ob diese Masken dem erforderlichen Qualitätsstandard entsprechen. Jetzt werden diese Masken in einigen Labors getestet, bevor die an das Gesundheitswesen verteilt werden. Insgesamt hat Belgien 35 Millionen Mundschutzmasken bestellt, von denen ein Teil an die Polizei gehen soll. 

Freitagvormittag gab es für Belgien eine gute Nachricht: Eine Ladung von 7 Millionen Mundschutzmasken erreichte den Lütticher Flughafen (siehe nebenstehenden Bericht). Doch schon bei der ersten Durchsicht erster Kartons kamen Zweifel auf, ob diese hierzulande dringend benötigten Mundschutzmasken überhaupt brauchbar sind. 

Bundesminister Philippe De Backer (Open VLD), Leiter der Corona-Taskforce der belgischen Regierung, äußere von Anfang an Bedenken. Diese Masken würden jetzt getestet und in einigen Tagen habe man dazu mehr Deutlichkeit, so De Backer am Freitagabend gegenüber VRT NWS.

Diese Lieferung besteht in erster Linie aus FFP2-Masken, die über einen hohen Schutzfaktor verfügen, der bei der Behandlung von Coronapatienten besseren Schutz liefert, als chirurgische Mundschutzmasken. Reicht die Qualität der jetzt gelieferten Masken tatsächlich nicht aus, können diese aber in anderen Bereichen genutzt werden, in denen die Träger nicht direkt in Kontakt mit Covid-19-Viren kommen. 

Schwierige Beschaffung

Inzwischen wird die Beschaffung von brauchbaren Mundschutzmasken auch für die belgischen Behörden immer schwieriger. Einige bestellte Lieferungen sind gar nicht erst in Belgien angekommen und auch unser Land ist bereits auf Betrüger reingefallen. Nicht zuletzt häufen sich international Meldungen, nach denen die US-Behörden für Europa bestimmte Lieferungen bei Zwischenlandungen in asiatischen Ländern beschlagnahmen und für sich abzweigen.

Die belgische Corona-Taskforce sucht auf jeden Fall in der ganzen Welt weiter nach Mundschutzmasken, auch mit dem Wissen, dass sie dabei nicht überall auf die gewünschte Qualität zurückgreifen kann. Insgesamt wurden für unser Land 35 Millionen solcher Masken für das Gesundheitswesen bestellt: 10 Millionen FFP2- und FFP3-Masken und 25 Millionen chirurgische Masken. Rund ein Drittel dieser Masken haben Belgien bereits erreicht und der Rest soll innerhalb der nächsten beiden Wochen geliefert werden.

Masken für die Polizisten

Inzwischen kündigte Bundesinnenminister Pieter De Crem (CD&V) an, dass auch Polizeibeamte Anfang nächste Woche mit Mundschutzmasken ausgerüstet werden, damit diese sich auf Streife und bei Kontrollen zur Einhaltung der hier geltenden Coronamaßnahmen besser selbst schützen können. Der Innenminister hatte von der Regierung die Zustimmung dazu erhalten, dass sein Ministerium selbst Mundschutzmasken erwerben kann.

Die Polizeigewerkschaften hatten in den vergangenen Tagen mit Streiks gedroht, sollten sie nicht besser geschützt werden. Laut De Crem sollen spätestens Dienstag Zehntausende Schutzmasken der Polizei zur Verfügung stehen, wie er am Freitagabend in der VRT-Sendung „Terzake“ („Zur Sache“) ankündigte.