Comic-Helden feiern Geburtstag: Suske und Wiske sind 75 Jahre alt!

„Suske en Wiske“, so deren Originalnamen in Niederländisch, erschienen vor 75 Jahren kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der flämischen Tageszeitung De Nieuwe Standaard als „De Avonturen von Rikki en Wiske“ („Die Abenteuer von Rikki und Wiske“). Obschon Suske damals noch keine Rolle in diesem Abenteuer hatte, gilt dieses Album als Beginn dieser populären Comicreihe. Suske und Wiske haben die Zeit überstanden und sind mit dem Lauf der Dinge gegangen und gewachsen. Auch deshalb bleiben diese Comichelden weit über die Grenzen Flanderns und Belgiens hinaus beliebt. 

Am 30. März 1945 erschienen die ersten Kurzabenteuer von Rikki und Wiske, eine Schöpfung des flämischen Comiczeichners Willy Vandersteen (1913-1990) aus Antwerpen, in De Nieuwe Standaard. Die Reihe nannte sich damals „Rikki en Wiske in Chocowakije“ und erschien in Episodenform. Rikke war der ältere Bruder von Wiske, so Comicfachmann Peter Van Hooydonck, der auch Berater in Comicfragen beim Auktionshaus Bernaerts in Antwerpen ist: „Er war 10 Jahre älter als Wiske, doch der Altersunterschied war so groß, dass Rikki und Wiske eigentlich nicht zusammenpassten.“ Suske kam nur einige Monate später hinzu und zwar im Abenteuer „Het Eiland Amoras“. Er wurde einfach von dieser Insel nach Flandern mitgenommen und wurde Wiskes neuer Begleiter. Rikki verschwand ganz einfach…

Die Alben von Suske und Wiske verkaufen sich bis heute sehr gut, wie Van Hooydonck erzählt: „Das kommt dadurch, dass die Reihe über mehrere Generationen springen konnte. Vandersteen achtete stets darauf, dass sich die Figuren und die Geschichten der modernen Zeit stets anpassten. Die alten Alben gleichen sich in nichts mehr mit den Inhalten, die heute erscheinen. Die Figuren sehen anders aus und auch die Geschichten haben sich entwickelt.“ Ein Beispiel: Ein Album, dass 2016 erschienen ist, hat den Titel „Game of Drones“… 

Die wichtigsten Figuren

Suske und Wiske erscheinen in mehreren Sprachen, z.B. als „Bob et Bobette“ auf Französisch. Sie wurden und werden stets von einer Reihe Freunden und Familienmitgliedern begleitet, z.B. von Tante Sidionia die direkt im ersten Band als Tante von Suske auftaucht. Vandersteen schuf Sidonia als vertrauenswürdige Autoritätsfigur für die beiden, denn eigentliche Eltern erscheinen in den Alben nie. Auch die Stoffpuppe Schanulleke gehört dazu und der zerstreute Professor Barabas, ein langjähriger Freund von Suzy und Tante Sidonia, den sie schon bei „Het Eiland Amoras“ treffen. Dann gehört der kahle Lambik dazu und auch der starke Jerom. Die Figuren leben in der Nähe von Antwerpen, doch deren Abenteuer finden weltweit und in  verschiedenen Epochen statt.

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Willy Vandersteen
BELGA

In Deutschland eher unbekannt, in Belgien und den Niederlanden sehr beliebt

Obwohl die Reihe in Belgien und den Niederlanden äußerst populär ist, kennt man sie in anderen Ländern kaum. In Deutschland erschienen zwar ab den 1970er Jahren in verschiedenen Verlagen und Zeitschriften zahlreiche Abenteuer, doch haben sich Suske und Wiske hier nicht etablieren können. Aber, die die Nebenserie „Jerom“, zu Deutsch „Wastl“ wurde bei einem deutschen Publikum recht bekannt und erschien zwischen 1965 und 1984 im Bastei Verlag.

Zum 75. Geburtstag von Suske und Wiske erscheint ein neues Album mit dem Titel „De Preutse Prinses“ („Die Prüde Prinzessin“). Diese Geschichte zeichnete und schrieb Paul Geerst, ein früherer Mitarbeiter in Willy Vandersteens Zeichenstudio. Dort zeichneten mehrere Mitarbeiter die Comics, doch Vandersteen hatte bis zu seinem Tode stets bei allem das letzte Wort. Geerst, der eigentlich schon länger nicht mehr selbst zeichnet, war dies eine tolle Gelegenheit, aktiv zu werden. Seit 2005 wird die Serie eigentlich von Peter Van Gucht (Szenario) und Luc Morjaeu (Zeichnungen) gestaltet.