70 Prozent mehr Anrufe bei der Notrufnummer 1712

Die Notrufnummer 1712 für Gewalt- und Missbrauchsopfer hat vorige Woche 70 Prozent mehr Anrufe entgegengenommen als in der ersten Woche des Lockdowns.  Die meisten Anrufer melden Fälle von Kindesmisshandlung und Partnergewalt.

Die 1712 ist eine Notrufnummer in Flandern für alle Formen der Gewalt, des Missbrauchs und der Kindesmisshandlung. Gut drei Wochen nach dem Eintritt der Ausgangsbeschränkungen infolge der Coronavirus-Pandemie hat die Meldestelle 70 Prozent mehr Anrufe erhalten. „Kein Wunder“ sagt Koordinator Wim Van de Voorde: „Alle sind gezwungen zu Hause zu sitzen. Die Schulen sind geschlossen, viele Betriebe auch. Sport ist nur begrenzt möglich. Stattdessen ist Homeoffice die neue Norm und müssen alle miteinander auskommen.“

Mehr Nachbarn rufen an

Bei den meisten Meldungen handelt es sich um Kindermisshandlungen, oft von sehr jungen Kindern, und um Partnergewalt. Auffallend: Viele Meldungen kamen in der letzten Zeit auch von Nachbarn. Viele Leute sind tagsüber zu Hause und hören oder sehen mehr.

Trotzdem sind es noch immer die Opfer selbst oder ihre nächsten Angehörigen, die die 1712 wählen. Im Vergleich zu Mitte März hat sich die Zahl der E-Mails verdoppelt und nutzen die Betroffenen viel häufiger die Chat-Funktion.

Wegen der großen Nachfrage wird die Chat-Bereitschaft ab Mittwoch verdreifacht. Die kostenlose Notrufnummer für Konflikte im Familienkreis und für Gewaltopfer ist ansonsten während der Woche von 9 bis 17 Uhr erreichbar. Die Meldestelle betonte in ihrer Mitteilung, dass Menschen auch in Corona-Zeiten Hilfe und Helfer finden können.

In akuten Notfällen gelten die 101 (Polizei) und die 112 (Rettungswagen und Feuerwehr).