Ostern bei den Chocolatiers: Pralinenverkauf in Schutt und Asche

Obwohl viele Schokoladen- und Pralinenmanufakturen geöffnet sind, ist vom gewohnten Kundenandrang vor Ostern nichts zu merken. Bleiben die Hersteller und Geschäfte auf ihren Osterhasen und Ostereiern aus Schokolade sitzen? „Die Corona-Krise hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt ausbrechen können“, klagt Guy Gallet vom Dachverband Choprabisco. 

Schokoladen- und Pralinengeschäfte gehören zum Nahrungsmittelsektor und sind daher nicht von den Schließungen im Rahmen der Corona-Maßnahmen betroffen. Die Läden sind geöffnet. „Häufig aber befinden sich die Pralinengeschäfte in den touristischen Stadtvierteln oder in Shopping-Zentren. Beide sind aber wegen der Ausgangseinschränkungen so gut wie leer“, klagt Guy Gallet vom Königlichen Verband der Schokoladen-, Pralinen-, Keks- und Konfektindustrie gegenüber dem regionalen Radiosender der VRT.

Viele Hersteller betreiben zusätzlich einen Webshop und nehmen Bestellungen von  Osternaschereien auch gerne telefonisch entgegen.

Bündnisse

Um die Engpässe infolge der Corona-Krise zu überbrücken, haben sich manche verbündet und liefern ihre Ware zusammen mit dem Blumenhändler aus der Nachbarschaft. Andere haben einen Osterkorb zusammengestellt, den sie mit einem Sonderrabatt verkaufen … „Ein Versuch, um wenigstens den Preis für die Rohstoffe herauszuschlagen“, erläutert ein Pralinenhersteller aus Flandern.

Normalerweise ist die Osterzeit eine der Hauptgeschäftszeiten für die Branche. Die Entschädigungsprämien, die vergangene Woche für geöffnete Geschäfte in Aussicht gestellt worden sind, helfen den Chocolatiers, die schweren Umsatzeinbußen und Überschüsse in den Vorratskammern zu lindern.

Vielleicht kann auch die Initiative von Schokoladenproduzent Callebaut einen kleinen Trost bieten: Wer online Schokoladenprodukte oder einen Geschenkgutschein für später bestellen möchte, sollte Not without my chocolate besuchen.