Dr. Erika Vlieghe leitet Expertengruppe, um Ausstieg aus dem Lockdown vorzubereiten

Die belgische Premierministerin Sophie Wilmès (MR) hat am Montagabend eine zehnköpfige Expertengruppe zusammengestellt, die den allmählichen Ausstieg aus dem Lockdown vorbereiten soll. Die Ausgangsbeschränkungen infolge der Coronavirus-Pandemie waren am  18. März in Belgien drastisch verschärft worden. Vorsitzende der Arbeitsgruppe wird die Virologin und Leiterin des Fachbereichs für Infektionen an der Universität Antwerpen Dr. Erika Vlieghe (Bild oben).

Aufgabe der Experten ist es, zu überlegen, welche Maßnahmen wann und in welchem Maß abgebaut werden können. Ausgehend von epidemiologischen Kriterien werden die wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Aspekte der Corona-Krise in diese Strategie miteinbezogen. 

Neben der Vorsitzende Dr. Erika Vlieghe gehören auch der Virologe Marc Van Ranst, das Mitglied des Nationalen Krisenzentrums Emmanuel André und der Biostatistiker Niel Hens zu dieser Arbeitsgruppe.

Für die wirtschaftlichen Aspekte wurden u. a. der ehemalige bpost-Chef Johnny Thys und Pierre Wunsch, der Vorsitzende der Belgischen Nationalbank, in die Expertengruppe berufen.

Noch zu früh, um Österreich und Dänemark zu folgen

Um dem österreichischen oder dänischen Beispiel zu folgen, sei es noch zu früh, sagte der Epidemiologe Pierre Van Damme (oben) am Montagabend im VRT-Radio. Zwar würden die Zahlen über die Coronavirus-Infizierten in den Krankenhäusern in die gute Richtung weisen, aber dieser Trend müsse sich erst noch bestätigen.

Erst dann könnten die Ausgangsbeschränkungen allmählich aufgehoben werden. Voraussetzung sei u. a., dass die Krankenhäuser den weiteren Verlauf der Infektionskrankheit bewältigen könnten und man die Verbreitung des Virus mit Tests und Kontaktuntersuchungen, beispielsweise über eine App, in den Griff bekäme. Van Damme wies auch darauf hin, dass eine Exitstrategie nicht zuletzt von der Immunität in der Bevölkerung abhänge. Wenn Untersuchungen belegen, dass die Immunität gegen das Coronavirus bei den Kindern groß sei, könnten beispielsweise auch die Schulen wieder geöffnet werden.