Rotes Kreuz ruft genesene Corona-Patienten auf, Blutplasma zu spenden

Ab dem 15. April will das Rote Kreuz Plasma einsammeln, damit Forscher untersuchen können, ob das Plasma von Genesenen Antikörper enthält und kranke Corona-Patienten heilen kann. 

Der Aufruf wendet sich an alle Männer, die eine Covid-19-Infektion hatten und inzwischen als genesen gelten. Diese können sich ab nächsten Dienstag online registrieren und eine Liste mit Fragen beantworten. Als Plasmaspender nicht in Frage kommen, Männer, die jünger als 18 Jahre sind und/oder sich einer Bluttransfusion unterzogen haben. Frauen sind aufgrund des hohen Risikos unerwünschter Immunreaktionen durch die Antikörper, die sich während der Schwangerschaft bilden, von dieser Untersuchung ausgeschlossen.

Kein Impfstoffersatz

Während der Untersuchung ist zu klären, ob die Antikörper im Plasma genesener Patienten das Immunsystem von kranken Patienten stärken und diese eventuell heilen können. Wenn diese Therapie anschlägt; könnte nicht nur Covid-19-Patienten geholfen werden, sondern auch dem Personal im Gesundheitssektor oder Risikogruppen. Antikörper könnten sie vorübergehend immun machen. Allerdings kann diese Behandlung keine Impfung ersetzen. 

Professor Meyfroidt besteht auf einer großangelegten Studie, möglicherweise auch im Rahmen eines europäischen Projekts. „Noch ist nicht erwiesen, dass diese Methode funktioniert und eine schnelle Behandlung der Lungenkrankheit ermöglicht. Man muss auch die potenziellen Risiken erfassen.“ Ein paar Monate dürften die Forschung und Tests also noch dauern.

Auch der Vorsitzende des Roten Kreuzes in Flandern, Philippe Vandekerckhove, warnt vor voreiligen Schlussfolgerungen über Blutplasma als Heilungsmethode für Covid-.19. Als Hilfsorganisation ist das Rote Kreuz aber gerne bereit, daran mitzuarbeiten.

© Thomas Vanden Driessche