Minister Beke verteidigt seine Strategie für die Wohn- und Pflegeheime in der Corona-Krise

Nachdem der flämische Verband der Wohn- und Pflegeheime für Senioren am Dienstag von einer chaotischen Lage gesprochen hatte, bezog der zuständige Landesminister Wouter Beke (CD&V) am Mittwochmorgen Stellung. Die Bundesregierung habe Flandern nur 11000 Testkits bereitgestellt, obwohl 80000 Senioren betroffen seien.

Margot Cloet (Bild unten) von Zorgnet-Icuro hatte die Lage in den Wohn- und Pflegeheimen am Dienstag als chaotisch bezeichnet, da die Lieferung von Testkits nur für 85 von insgesamt 800 Einrichtungen reiche. Cloet forderte eine tägliche Konzertierung auf Landesebene.

Beke wiederlegte diese Kritik gegenüber dem VRT-Radio am Mittwochmorgen: „Wir haben Sonntag mit Frau Cloet überlegt, wir haben Montag mit Frau Cloet überlegt und auch heute haben wir mit Frau Cloet Überlegungen angestellt. Der Verband stellt konstant Überlegungen an. Alle Anregungen von Frau Cloet sind willkommen. Ich überlege gerne jeden Tag, wenn dadurch Fortschritte erzielt werden.“

Wouter Beke betonte auch, dass die Seniorenheime von Anfang ganz oben auf der Prioritätenliste standen, weil alte Menschen besonders gefährdet seien. Er begreife sehr gut, dass die Bewohner und das Personal in den Wohn- und Pflegeheimen in Sorge seien.

Corona-Virustests sind eine Zuständigkeit des Bundesstaates

„Wenn die Bundesbehörden uns 12000 Tests zur Verfügung stellen, kann ich damit nicht zur gleichen Zeit 80000 Bewohner testen“, erwiderte Beke. Die Corona-Tests werden jetzt in 55 Seniorenheimen ausgeführt, wo das Virus ausgebrochen ist. Zusätzlich werden 30 Einrichtungen getestet, in denen keine Corona-Virusinfektionen aufgetaucht sind.

Kritik von den Oppositionsbänken

Von der sozialistischen SP.A und der rechtsextremen Vlaams Belang hagelte es Kritik für den flämischen Gesundheitsminister.

Der ehemalige SP.A-Vorsitzende John Crombez stellte auf Twitter die Frage, was die flämische Regierung in den letzten vier Wochen denn wohl für die Bewohner und das Personal in den Seniorenheimen getan habe. Und welche Maßnahmen für Behindertenheime getroffen worden seien.

Der Vlaams-Belang-Vorsitzende Tom Van Grieken ärgerte sich über die Zählung der Toten in den Seniorenheimen: „Die Regierung hat immer behauptet, in Flandern zähle man besser als sonst irgendwo. Stimmt nicht. Und wir haben sogar Senioren vergessen. Schrecklich.“