Wir essen weniger Fritten: Das bringt die Kartoffelbauern in Schwierigkeiten

Die Corona-Krise zieht weite Kreise. In Betrieben, die Kartoffeln weiterverarbeiten, ist die Nachfrage nach Pommes frites stark gesunken. Bei den Anbauern häufen sich die Kartoffelvorräte. Dass ein Teil der Ernte vernichtet wird, scheint unvermeidlich.

Der belgische Verband der kartoffelverarbeitenden Betriebe Belgapom befürchtet, dass ein großer Teil der Kartoffelernte vernichtet werden muss. Romain Cools von Belgapom stellt fest, dass die Produkte nicht mehr zum Kunden gelangen: „In den Niederlanden beläuft sich der Überschuss auf 1 Million Tonnen Kartoffeln. In Belgien rechnen wir mit ähnlichen Zahlen.“

Durch die Schließung der Restaurants ist ein großer Absatzmarkt verschwunden. Kartoffelverarbeiter Aviko in Westflandern hat die Frittenproduktion halbiert. Andere Kartoffelerzeugnisse werden in einem langsameren Tempo hergestellt, weil die Mitarbeiter in einem sicheren Abstand voneinander arbeiten müssen, sagte das Management in einem Interview mit dem Regionalsender der VRT.

Die Tiefkühlräume sind bis an den Rand mit Pommes frites gefüllt. Aviko konnte weitere Tiefkühllager anmieten. Ähnliche Probleme stellt auch das westflämische Unternehmen Agristo fest. Dort wurden mehrere Produktionslinien stillgelegt. Auch hier sucht man zusätzliche Lagerräume für Produkte, die zurzeit nicht verkauft werden können.