Brüssel: Junger Mann von 19 Jahren stirbt bei Polizeiverfolgungsjagd

Im Brüsseler Stadtteil Anderlecht kam ein 19-jähriger Mann um, als er sich einer Coronakontrolle der Polizei entziehen wollte. Eine Polizeistreife sah am Freitagabend zwei Teenager auf einem Scooter und wollte sie überprüfen, aber einer von ihnen ergriff die Flucht.

Freitag gegen 21.00 Uhr bemerkte eine Streife der örtlichen Polizei in Anderlecht, Brüssel, zwei Jugendliche. „Sie saßen jeweils auf einem Scooter, in der Nähe des Raadsplein (Foto, oben)", erklärte Willemien Baert, Sprecherin der Brüsseler Staatsanwaltschaft. Die Polizeibeamten beschlossen dann, die beiden zu überprüfen. Motorrad- oder Rollerfahren ist laut Richtlinien im Kampf gegen das Coronavirus nur auf dem Weg zur und von der Arbeit erlaubt.

Als sie mit der Kontrolle beginnen wollten, floh einer von ihnen sofort. „Die Polizei begann die Verfolgungsjagd, aber die Streife verlor den jungen Mann aus den Augen, als er durch eine Absperrung wegfuhr", sagt Baert. Unterdessen war Verstärkung angefordert worden.  „Ein zweites Polizeifahrzeug fuhr den Nijverheidskaai entlang. Der Verdächtige fuhr auf der gleichen Fahrbahn in die entgegengesetzte Richtung und wollte einen Lieferwagen überholen, genau dann als das zweite Polizeifahrzeug eintraf. Der Scooter fuhr frontal auf den Streifenwagen und der Verdächtige kam dabei ums Leben."

Die Staatsanwaltschaft wird die genauen Umstände des Unfalls weiter untersuchen lassen. Ein Verkehrsexperte, ein Jurist und das technische Ermittlungsteam der Bundespolizei wurden zum Tatort berufen.